Reportage
Migranten stürmen Badestrand in Südspanien
Die Urlauber waren überrascht, als plötzlich ein Schlauchboot anlegte und rund 50 Schwarzafrikaner den Badestrand in Südspanien stürmten. Doch tatsächlich haben sich die illegalen Einreisen ins Land dieses Jahr verdoppelt.

Ein Schlauchboot mit Migranten ist am Mittwochmorgen an der Playa de los Alemanes in Zahara de los Atunes gelandet. Etwa 50 Schwarzafrikaner stürmten den Strand an der Costa de la Luz in Andalusien, als dieser gerade von zahlreichen Urlaubern bevölkert war. Für diese war dies ein ungewöhnliches Bild.
Doch dass Schwarzafrikaner mithilfe von Booten illegal nach Spanien einreisen, ist ein wieder zunehmendes Phänomen. Im ersten Halbjahr kamen laut dem spanischen Innenministerium knapp 11.000 illegale Migranten ins Land. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) geht davon aus, dass in diesem Jahr mehr Migranten über den Seeweg nach Spanien gelangen als nach Griechenland. Laut IOM-Zahlen sind seit Jahresbeginn mehr als 8.000 Flüchtlinge nach Spanien gekommen. Das seien mehr als im gesamten Jahr 2016.
Laut IOM wählen die Menschen verstärkt den relativ kurzen Seeweg von Marokko nach Spanien, um ans europäische Festland zu gelangen. Denn sie wollten der gefährlicheren Route über die Sahara und Libyen ausweichen. Seit Jahresbeginn seien mehr als 111.000 Migranten über das Mittelmeer nach Europa gekommen.


