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Martin Schulz warnt vor rechten „Rattenfängern“

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Martin Schulz Rattenfänger
Martin Schulz Rattenfänger

Die SPD feiert ihren frisch gebackenen Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Der will Angela Merkel als Kanzlerin ablösen. Doch zugleich warnt er vor rechts: „Rattenfänger versuchen, auf dem Rücken von Flüchtlingen Kapital zu schlagen.“

Martin Schulz wurde im Willy-Brandt-Haus mit minutenlangem Jubel und Applaus empfangen. (Screenshot: YouTube)

Am Sonntag hat Martin Schulz in der SPD-Parteizentrale in Berlin seine erste Rede als offizieller Kanzlerkandidat gehalten. Er will die Sozialdemokraten bei der kommenden Bundestagswahl am 24. September zur stärksten politischen Kraft im Land machen und Angela Merkel als Kanzlerin ablösen.

„Ich trete mit dem Anspruch an, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden“, sagte Martin Schulz. In der großen Koalition mit der Union hätten die Sozialdemokraten wichtige Zukunftsprojekte angeschoben und umgesetzt.

Zuvor war Martin Schulz im Willy-Brandt-Haus mit minutenlangem Jubel und Applaus empfangen worden. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley verkündete 700 Neueintritte in die Partei seit Anfang der Woche. In Wahlumfragen sind die Sozialdemokraten bereits deutlich gestiegen.

„Wir werden die Wahlen in diesem Jahr richtig spannend machen“, sagte Martin Schulz. Zuvor war er vom SPD-Vorstand einstimmig als Kanzlerkandidat nominiert worden. Der frühere EU-Parlamentspräsident soll auch den Parteivorsitz übernehmen.

„Das ist ein bewegender Moment für mich“, sagte der frisch gebackene SPD-Kanzlerkandidat unter dem Beifall von rund 1.000 Anhängern. Überall spüre man Aufbruchsstimmung und Hoffnung für die Sozialdemokraten.

Martin Schulz kritisierte die politische Konkurrenz auf der rechten Seite mit scharfen Worten: „Rattenfänger versuchen, auf dem Rücken von Flüchtlingen Kapital zu schlagen. Das ist schändlich und abstoßend.“

Zudem warf er Donald Trump vor, Minderheiten mit „unverschämten und gefährlichen Äußerungen“ zu attackieren. Der US-Präsident hatte am Samstag wie im Wahlkampf angekündigt ein vorübergehendes Einreiseverbot für Bürger einiger Staaten verhängt, von denen eine Terrorgefahr ausgeht.

Anfang der Woche hatte der scheidende SPD-Chef Sigmar Gabriel auf die Kanzlerkandidatur verzichtet und statt seiner Martin Schulz vorgeschlagen. Das sei eine selbstlose Entscheidung von „außergewöhnlicher Souveränität“ gewesen, sagte Schulz und an Gabriel gewandt fuhr er fort. „Dass du mein Freund bist, darüber bin ich sehr froh. Du bist ein toller Typ.“

Sigmar Gabriel hatte nach eigenen Angaben auf die Kandidatur verzichtet, weil Schulz bessere Chancen hat, Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Bundestagswahl zu besiegen. Denn der frühere EU-Parlamentschef ist bei den Deutschen genauso beliebt wie Merkel.

Vizekanzler Gabriel wechselte am Freitag vom Wirtschaftsministerium ins Außenministerium, wo er seinen Parteikollegen Frank-Walter Steinmeier ablöste, der wiederum Bundespräsident werden soll. Das Wirtschaftsministerium hat mit Brigitte Zypries erstmals eine Frau übernommen.

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