Reportage
Bekommt der Kudamm Poller gegen den Terror?
Geschäftsleute am Berliner Kurfürstendamm setzen sich dafür ein, die Bürgersteige dort mit Pollern gegen mögliche Terroranschläge abzusichern. Doch manche Ladenbesitzer fürchten, dass die Poller ihre Kunden abschrecken.

Am Donnerstagabend haben Terroristen in Barcelona erneut ein Fahrzeug als Waffe eingesetzt. Ein Marokkaner, der Ungläubige töten wollte, fuhr auf der Flaniermeile Las Ramblas einen Transporter in Gruppen von Passanten und tötete mindestens 13 Menschen.
Daher denken die Geschäftsleute am Berliner Kurfürstendamm nun über stärkere Sicherheitsvorkehrungen nach. Denn auch auf Kudamm und Tauentzienstraße, wo sich das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) befindet, herrscht oft starkes Gedränge auf den Bürgersteigen.
Man könnte etwa die teils breiten Bürgersteige mit Pollern oder Pfählen absichern, zitiert die Berliner Zeitung Peter Michael Riedel, den Chef der Interessengemeinschaft Kurfürstendamm. Der Verein wolle mit der Diskussion auf Politik und Behörden zugehen.
Manche Ladenbesitzer fürchten die Poller
Vor einem Juweliergeschäft, das mehrfach Ziel von Raubüberfällen war, habe man schon vor etlichen Jahren Poller aufgestellt. Womöglich könne das auch an anderen Stellen der berühmten Einkaufsstraße eine Option sein. Vielleicht gebe es auch andere Lösungen.
Zwar hätten manche Ladeninhaber die Befürchtung, nicht die Terrorgefahr, sondern die für alle sichtbaren Poller könnten ihre Kunden abschrecken. Doch für die Mehrheit der Geschäftsleute am Kudamm gehe die Sicherheit vor.
Um die Ecke war am 19. Dezember 2016 der Tunesier Anis Amri mit einem Laster in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland wurden zwölf Menschen getötet und rund 70 weitere verletzt.
Seither wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt verstärkt. So hat die Polizei bei großen Veranstaltungen wie dem Kirchentag, Straßenfesten zum 1. Mai oder Festivals mobile Betonbarrieren eingesetzt.


