Reportage
Juncker fordert ersten EU-Staatsakt für Helmut Kohl
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fordert einen EU-Staatsakt für Helmut Kohl in Straßburg. Es wäre das erste Mal, dass die EU einen verstorbenen Politiker mit einem Staatsakt ehrt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat vorgeschlagen, dass die Europäische Union den am Freitag verstorbenen früheren deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl mit einem EU-Staatsakt ehrt.
„Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen. Deshalb gebührt Helmut Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den ich mich persönlich einsetzen werde“, sagte Jean-Claude Juncker der BILD, und weiter:
Helmut Kohl war ein deutscher Europäer und ein europäischer Deutscher. Er hat die Geschicke und die Geschichte dieses Kontinents geprägt, indem er die Menschen in Ost und West in Einheit zusammengebracht hat. Dies war ihm eine besondere Mission.
Auch nach Ansicht von Wolfgang Schäuble war Helmut Kohl ein großer Europapolitiker. Ohne dessen gutes Verhältnis zur EU-Kommission in den achtziger Jahren wäre „die Aufnahme der DDR in die EU“ nicht möglich gewesen, schreibt der Bundesfinanzminister in der FAZ.
Der Staatsakt für Helmut Kohl soll am Freitag in Straßburg stattfinden. In der einst deutschen und heute französischen Stadt im Elsass sitzt eine ganze Reihe von EU-Institutionen, darunter das EU-Parlament und der Europarat.
Es wäre das erste Mal, dass die EU einen Staatsakt ausrichtet. Eine Flagge und eine Hymne hat man sich bereits gegeben. Das eigene Geld, der Euro, wird bereits in 17 Mitgliedsstaaten genutzt. Eigene Steuern und eine eigene Armee sind in Arbeit.


