Reportage
IWF empfiehlt Deutschland späteren Renteneintritt
Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollten die Deutschen länger arbeiten. Von einem dynamischeren Deutschland profitiere die ganze Eurozone. Der Renteneintritt mit 70 Jahren kommt näher.

Im April hatten bereits Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Chef der Jungen Union Paul Ziemiak die Rente mit 70 gefordert. Nun sagt auch der Internationale Währungsfonds (IWF), dass Deutschland das Renteneintrittsalter anheben sollte.
IWF empfiehlt späteren Renteneintritt
Es wäre hilfreich, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, schreiben die Ökonomen des IWF in ihrem gestern in Berlin vorgelegten Bericht. Sie loben die zusätzlichen Milliarden-Ausgaben unter anderem zur Bewältigung der Flüchtlingskrise.
„Von einem dynamischeren Deutschland würde auch die nach wie vor fragile wirtschaftliche Erholung im Euroraum profitieren“, zitiert die Frankfurter Allgemeine aus dem IWF-Bericht.
Deutscher Staat soll mehr Geld ausgeben
Nach Ansicht der IWF-Ökonomen sollten Haushaltsüberschüsse am besten für zusätzliche Investitionen genutzt werden, etwa in die Infrastruktur. Dazu müssten Engpässe in den Verwaltungen beseitigt werden.
Im Hinblick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sagte die IWF-Missionschefin für Deutschland Enrica Detragiache, sie erwarte keine schnelle Kursänderung weg von einer lockeren Geldpolitik, auch wenn sich viele Deutsche das wünschen.


