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Illegale Migranten nutzen verstärkt Güterzüge

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Bundespolizei illegale Migranten Güterzüge München
Bundespolizei meldet verstärkt illegale Migranten, die in Güterzügen nach München kommen. (Screenshot: YouTube)

Migranten vor allem aus Afrika nutzen verstärkt Güterzüge, um aus Südeuropa nach Deutschland zu gelangen. Für die Bundespolizei sind die blinden Passagiere ein „neues Phänomen“ und eine „große Herausforderung“.

Bundespolizei illegale Migranten Güterzüge München
Die Bundespolizei meldet verstärkt illegale Migranten, die in Güterzügen nach München kommen. (Screenshot: YouTube)

Die Bundespolizei beobachtet, dass illegale Migranten verstärkt Güterzüge nutzen, um aus Italien nach Deutschland zu gelangen. Sie lassen sich in Frachtcontainer einschließen oder verstecken sich in den Reifenbuchten von Lkw, die auf Zügen über die Alpen transportiert werden. Oft sind es Afrikaner, die aus Italien kommen.

Die Bundespolizei München hat seit Oktober rund 270 Migranten entdeckt, die auf Güterzügen vor allem aus Österreich eingereist sind. Dies sei ein „neues Phänomen“ und eine „große Herausforderung“, sagte ein Sprecher gegenüber der Welt. Auch die Direktion Stuttgart an der Grenze zur Schweiz meldet etwa 60 Migranten, die illegal mit dem Güterzug kamen.

Migranten kennen die Gefahren der Güterzüge

Wann und wo die Migranten aufgesprungen sind, ist im Nachhinein bei der Ankunft in München kaum noch zu klären. Einige fahren bereits in der Türkei los und kommen mit mehreren Stopps über Ungarn und Österreich bis nach München. Andere starten in den italienischen Städten Verona oder Domodossola.

München dient oftmals als erster Haltepunkt der Güterzüge in der Bundesrepublik. Dort machen die Züge eine kurze Pause, etwa um den Lokführer auszuwechseln. Hier rufen die blinden Passagiere dann um Hilfe, damit man sie aus den Zügen befreit. Oder sie springen nach dem Halt vom Waggon, um möglichst schnell zu verschwinden.

Die meisten der Migranten starten in Italien, wo im letzten Jahr mehr als 180.000 illegale Migranten vor allem aus Schwarzafrika ankamen. Die Methode mit dem Güterzug hat sich offenbar herumgesprochen. Ein Asylsuchender sagte der Bundespolizei, dass er in einem italienischen Flüchtlingslager den Tipp mit dem Güterzug erhalten habe.

Der Mann wusste, dass es auf der Fahrt sehr kalt werden würde. Daher habe er sich in zwei Decken eingehüllt. Zuvor hatte er schon mehrfach erfolglos versucht, nach Deutschland zu gelangen. Doch jedes Mal sei er in Österreich oder Frankreich geschnappt und nach Italien zurückgeschickt worden.

Die Bundesregierung will 2017 jeden Monat bis zu 1.000 Asylsuchende mit dem Flugzeug aus Südeuropa holen. Doch viel mehr Menschen wollen kommen. Da Italien die Weiterreise der Migranten nach Norden nicht wirksam verhindert, haben Österreich, die Schweiz und Deutschland in den vergangenen Monaten die Kontrollen verstärkt.

In Absprache mit Österreich versucht die Bundespolizei, die Züge bereits früh unter die Lupe zu nehmen. Bei der Direktion München zeigt man sich zuversichtlich. Die Zahl der Migranten, die man zwischen den geladenen Lkw festgestellt habe, sei zuletzt zurückgegangen. Dies könne aber schlicht an den kalten Temperaturen liegen.

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