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Neue Berliner Moschee ist „Angriff auf den Islam“

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Moschee-Gründerin Seyran Ates und eine Vorbeterin in der neuen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit, beide ohne Kopftuch. (Screenshot: YouTube)

Die von Seyran Ates gegründete Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit ist anders. Frauen müssen hier kein Kopftuch tragen und können Imam sein. Laut Religionsbehörden in der Türkei und Ägypten ist das ein „Angriff auf den Islam“ und keine Moschee.

Moschee-Gründerin Seyran Ates und eine Vorbeterin in der neuen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit, beide ohne Kopftuch. (Screenshot: YouTube)
Moschee-Gründerin Seyran Ates und eine Vorbeterin in der neuen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit, beide ohne Kopftuch. (Screenshot: YouTube)

Die Eröffnung einer alternativen Moschee in Berlin-Moabit hat in der islamischen Welt massive Kritik ausgelöst. Denn in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee beten Männer und Frauen zusammen. Zudem ist der Imam eine Frau, nämlich die türkischstämmige Anwältin Seyran Ates.

Nach Ansicht der türkischen Religionsbehörde Diyanet missachtet die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit die Grundsätze des Islams und will diesen „untergraben und zerstören“.

Es handle sich um ein „Projekt des Religionsumbaus“, das von der Gülen-Bewegung „und ähnlichen unheilvollen Organisationen“ betrieben werde, zitiert die WELT die Religionsbehörde in Ankara.

Die türkische Regierung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich. Belege dafür gibt es jedoch nicht.

Auch die Fatwa-Behörde Dar al-Iftam in Ägypten hat die neue Moschee in Berlin scharf kritisiert. Diese verstoße gegen die islamischen Glaubenspflichten, etwa wenn Frauen kein Kopftuch tragen. Das Kopftuch entspreche den von Gott auferlegten Regeln.

Besonders verurteilt wird, dass in der alternativen Moschee in Berlin Männer und Frauen gemeinsam beten. „Der Islam verbietet Körperkontakt zwischen Männern und Frauen während des Gebetes“, sagt die Fatwa-Behörde auf ihrer Facebook-Seite.

Zudem sei es nicht erlaubt, dass Frauen in Anwesenheit von Männern Imam sind. Wie die türkische Religionsbehörde Diyanet so spricht auch die Kairoer Fatwa-Behörde von einem Angriff auf den Islam. Die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee sei keine Moschee.

Am Freitag hatte die türkischstämmige Anwältin, Buchautorin und liberale Muslimin Seyran Ates die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee eröffnet. Frauen müssen hier beim Gebet kein Kopftuch tragen und können auch als Vorbeterin fungieren. Sogar Homosexuelle sind willkommen.

Seyran Ates begründete die Gründung der Moschee damit, dass sie sich in den anderen deutschen Moscheegemeinden als Frau diskriminiert fühle. Die Moschee besteht derzeit nur aus einem Raum, den sie in der evangelischen Johanniskirche in Berlin-Moabit gemietet hat.

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