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Minister Gröhe: Flüchtlinge sollen Pfleger werden

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Hermann Gröhe Flüchtlinge Pfleger Altenheime
Laut Hermann Gröhe werden die Flüchtlinge etwa in den Altenheimen dringend gebraucht. (Screenshot: YouTube)

Gesundheitsminister Hermann Gröhe will anerkannte Flüchtlinge in den Pflegeberufen einsetzen. Denn dort herrscht dringender Personalmangel. Bei der Charité und Vivantes in Berlin hat die Ausbildung von Flüchtlingen bereits begonnen.

Hermann Gröhe Flüchtlinge Pfleger Altenheime
Laut Hermann Gröhe werden die Flüchtlinge etwa in den Altenheimen dringend gebraucht. (Screenshot: YouTube)

Die Bevölkerung wird immer älter. Die Pflegefälle nehmen zunehmen. In den Pflegeberufen herrscht dringender Personalmangel. Daher schlägt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vor, dass man anerkannte Flüchtlinge als Kranken- und Altenpfleger einsetzt.

„Warum sollen Flüchtlinge nicht auch qualifizierte Pflegeberufe erlernen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen? Das kann eine gute Möglichkeit sein, sich beruflich zu integrieren“, sagte Hermann Gröhe der Rheinischen Post.

Hermann Gröhe sieht Zuwanderung als Chance

Nach Ansicht des CDU-Politikers ist es aber wichtig, „dass sie die Sprache ausreichend beherrschen und keine Abstriche bei der Qualifikation gemacht werden“. Schon heute betrage der Anteil der Migranten in den Pflegeberufen rund 20 Prozent. „In Mangelberufen ist Zuwanderung auch eine Chance“, sagt Minister Gröhe.

Die Unterstützung für die Pflege zu Hause sei deutlich ausgeweitet worden, etwa durch mehr Kurzzeit- und Tagespflege oder durch die Möglichkeit, Hilfe im Haushalt in Anspruch zu nehmen. Pflegende Angehörige hätten jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Familienpflegezeit und auf eine bezahlte Auszeit von bis zu zehn Tagen.

In Deutschland gibt es etwa den Pflegeberuf des Betreuungsassistenten, der schon nach 100 Stunden Ausbildung einsatzbereit ist. Auch Pflegehelfer können bereits nach einjähriger Ausbildung ihre Arbeit beginnen.

Flüchtlingen stünde auch der Bundesfreiwilligendienst offen, so Hermann Gröhe. Hier würden sich auch schon viele anerkannte Asylbewerber einbringen. Zudem gebe es „berufsspezifische Sprachkurse“.

In Berlin werden bereits Flüchtlinge zu Pflegern ausgebildet

Noch arbeiten nur wenige Flüchtlinge in anerkannten Pflegeberufen. Denn vielfach haben sie weder eine Qualifikation noch ausreichende Sprachkenntnisse. Doch nun haben das Berliner Klinikunternehmen Vivantes und das Krankenhaus Charité gemeinsam mit dem Berliner Integrationsbeauftragten ein Pilotprojekt gestartet.

Das Projekt trägt den Namen „Sprachkompetenz und Berufsorientierung für Geflüchtete“ (SpraBo). Laut einem Bericht der Ärztezeitung soll es Flüchtlinge sprachlich und fachlich qualifizieren. Rund zwanzig Geflüchtete aus verschiedenen Herkunftsländern haben Anfang Dezember den ersten Kurs begonnen.

Die praktische Berufsorientierung für die Flüchtlinge erfolgt an den Kliniken von Charité und Vivantes. Sie werden von Pflegelehrern des Vivantes Instituts für berufliche Bildung im Gesundheitswesen (IbBG) und der Charité-Gesundheitsakademie betreut.

Auch die Uniklinik Essen (NRW) hat für Flüchtlinge berufsbezogene Sprachkurse eingerichtet, die auf einen Pflegeberuf vorbereiten sollen. Derzeit durchlaufen 25 Flüchtlinge eine Ausbildung, bei der sie auch praktische Erfahrungen im Krankenhaus sammeln sollen. Die ersten Teilnehmer kommen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Eritrea.

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Thomas Breithaupt

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