Reportage
Spandaus Bürgermeister gegen weitere Flüchtlinge
Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Spandau Helmut Kleebank lehnt den vom Senat geforderten Nachweis weiterer MUF-Standorte ab. Noch mehr Migranten würden Spandaus Infrastruktur überfordern.

Der Spandauer Bürgermeister Helmut Kleebank will erreichen, dass sein Bezirk dem Berliner Senat keine Flüchtlingsquartiere mehr bereitstellen muss. Denn in Relation zur Bevölkerung habe Spandau schon jetzt die meisten Flüchtlinge.
Nach Ansicht des SPD-Politikers würden weitere Migranten Spandaus Infrastruktur überfordern und deren Akzeptanz in der Bevölkerung mindern. Daher lehnt er den vom Senat geforderten Nachweis weiterer Standorte für Mobile Flüchtlingsunterkünfte (MUF) ab.
Mit 5.039 Plätzen in neun Einrichtungen liegt Spandau derzeit auf dem dritten Platz der Berliner Bezirke. „Wir haben alle verfügbaren Flächen schon geprüft, die meisten kamen nicht in Frage“, zitiert der Tagesspiegel den Bezirksbürgermeister.
Spitzenreiter bei der Unterbringung von sogenannten Flüchtlingen ist Lichtenberg mit 5.973 Plätzen vor Tempelhof-Schöneberg, das durch die Nutzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof auf 5.489 Plätze kommt.
Von den 5.039 Plätzen in Spandau sind in Wirklichkeit derzeit nur 3.737 Plätze belegt. Sie verteilen sich auf die folgenden neun Einrichtungen:
- die Aufnahme-Einrichtung Askanierring,
- die Aufnahme-Einrichtung Waldschluchtpfad,
- die Gemeinschaftsunterkunft Am Oberhafen,
- die Gemeinschaftsunterkunft Pichelswerder,
- die Gemeinschaftsunterkunft Staakener Straße,
- die Notunterkunft Mertensstraße,
- die Notunterkunft Paulsternstraße und
- die Notunterkunft Schmidt-Knobelsdorf-Straße (als zwei Standorte geführt).
Die letztgenannte Notunterkunft in der ehemaligen Kaserne an Schmidt-Knobelsdorf-Straße wird wegen der unterschiedlich genutzten Gebäude als zwei Standorte geführt. Mit 1.576 Plätzen, von denen aktuell 1.167 belegt sind, ist sie das größte Flüchtlingsquartier in Spandau.


