Reportage
GdP meldet Rekord-Überstunden bei der Polizei
Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben deutsche Polizisten im letzten Jahr so viele Überstunden gemacht wie nie zuvor. Die Mehrarbeit entspricht der Arbeitskraft von knapp 10.000 Polizeibeamten.

Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben die deutschen Polizisten im vergangenen Jahr 22 Millionen Überstunden gemacht. Das waren zwei Millionen Überstunden mehr als 2015 und so viele wie nie zuvor. Gewerkschaftschef Oliver Malchow sagte zu Bild.
Das entspricht der Arbeitskraft von 9000 Polizeibeamten in den Ländern und 900 im Bund. Wir brauchen mehr Polizei. Denn wie soll die Bundespolizei künftig in ganz Deutschland patrouillieren, wenn sie es jetzt nicht mal an der Grenze schafft.
In einem offenen Brief an den Berliner Polizeipräsidenten kritisierte kürzlich eine Polizisten-Ehefrau die Folgen der extremen Überstunden von bis zu sieben Wochen ohne einen freien Tag. Sie sei sie inzwischen „quasi alleinerziehend“.
Die meisten Bundesländer haben jahrelang Polizei-Stellen abgebaut. Sie kommen heute auf insgesamt 215.000 Polizisten. Zudem gibt es derzeit 33.500 Bundespolizisten und 4.500 Polizisten beim BKA.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stellte kürzlich einen neuen Sicherheitsplan vor. Demnach soll das BKA eine „Steuerungskompetenz“ über die Landeskriminalämter bekommen. Auch die Bundespolizei soll mehr Kompetenzen erhalten, etwa so wie das FBI in den USA.
Zudem plant Thomas de Maizière bei Bundespolizei und BKA insgesamt 3.000 zusätzliche Stellen. Allein für dieses Jahr versprach der Minister 1.270 zusätzliche Stellen bei der Bundespolizei versprochen. Allerdings werden die ersten neuen Polizisten nicht vor 2019 ausgebildet sein.
Zudem ist der Polizei-Nachwuchs Grund zur Sorge. Denn die meisten Bewerber fallen bereits durch den Einstellungstest, obwohl die Anforderungen in Deutsch und Mathematik bereits deutlich gesenkt wurden. Kürzlich berichteten wir, wie die Ausbilder ihre Polizei-Schüler beurteilen.


