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Reportage

Deutsche leben wieder in engeren Wohnungen

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Deutsche können sich nur noch enge Wohnungen leisten
Deutsche können sich nur noch enge Wohnungen leisten
Deutsche können sich nur noch enge Wohnungen leisten
Deutsche Paare begnügen sich heute oft mit Betten der Breite 1,40 Meter. (Foto: flickr/liebeslakritze)

Auf dem deutschen Wohnungsmarkt vollzieht sich ein dramatischer Wandel. Über Jahrzehnte hatte der Platz in den deutschen Wohnungen immer weiter zugenommen. Doch seit kurzem beziehen die Deutschen vor allem enge Wohnungen. Denn die Mieten sind vor allem in den Großstädten stark gestiegen, auch in Berlin.

Noch vor vier Jahren standen nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung jedem Einwohner im Schnitt 45 Quadratmeter zur Verfügung. „Inzwischen tendiert die Nachfrage wieder in Richtung von 40 Quadratmetern pro Kopf“, zitiert die Welt den Immobilienforscher Andreas Schulten von der Beratungsfirma bulwiengesa.

Möbelhersteller reagieren auf enge Wohnungen

Die Möbelhersteller haben bereits auf den neuen Trend reagiert. Denn in enge Wohnungen passen nur kleinere Möbel. Bei der Schlafzimmereinrichtung zum Beispiel sieht man heute statt 2 Meter breiten Ehebetten viel häufiger solche, die 1,80 Meter oder sogar nur 1,40 Meter breit sind.

„Die heute angebotenen Sofas nehmen rund 30 Prozent weniger Fläche ein als ihre Vorgänger von vor fünf Jahren“, sagt Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie. Damit die Sitzmöbel in die kleinen Zimmer passen, habe man „die Rücken- und Seitenlehnen wieder so zierlich gestaltet wie in den 1960er-Jahren“.

Auch andere Möbel sind von dem neuen Trend betroffen, etwa Regale und frei hängende Schrankelemente für das Wohnzimmer. „Deren Böden sind weniger tief, sodass sie nicht mehr so weit von den Wänden abstehen“, sagt Ursula Geismann.

Auch Schrankbetten und Sofas, die zu einem Bett ausgezogen werden können, passen besser in enge Wohnungen. Vor allem für Singles sind die Schrankbetten und Schlafsofas ideal, weil man schnell Platz schaffen kann, etwa wenn Gäste kommen.

Als Reaktion auf die heute kleineren Küchen greifen die Möbelhersteller auf Schiebetüren zurück. Bereits vor 60 Jahren wurden Küchenschränke damit ausgestattet. Denn nach dem Krieg errichtete man enge Wohnungen, deren Küchen knapp geschnitten waren. Die Schiebetüren von heute sind aber natürlich viel leichter zu bedienen als ihre Vorgänger.

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