Reportage
Nur wenige Deutsche wollen demonstrieren
Im Vergleich zu den anderen großen EU-Staaten ist die Protestkultur in Deutschland nur wenig ausgeprägt. Nur 14 Prozent der Deutschen wollen in den kommenden zwölf Monaten an einer Demonstration teilnehmen.

In Spanien gehen die Menschen fast jede Woche für oder gegen irgendetwas auf die Straße. So marschierten Protestler am 1. Mai für bessere Arbeitsbedingungen, und bereits im März protestierten sie gegen dagegen, dass Migranten zurück in die Türkei geschickt werden.
Am 8. März, dem internationalen Frauentag, protestierten spanische Frauen gegen Gewalt gegen Frauen und gegen die Tötung von Frauen. Im vergangenen Jahr forderten Demonstranten ein Verbot von Stierkämpfen.
Nun hat Dalia Research nun gezeigt, dass die Spanier im Vergleich der sechs größten EU-Staaten tatsächlich deutlich mehr protestieren. Demnach sagten 31 Prozent der Spanier, dass sie wahrscheinlich innerhalb der kommenden zwölf Monate an einem Protest teilnehmen werden.
Im EU-Durchschnitt sagten dies nur 19 Prozent. Besonders wenig Interesse an Protesten haben die Deutschen, von denen lediglich 14 Prozent in den kommenden zwölf Monaten „wahrscheinlich“ oder „sehr wahrscheinlich“ an einer Demonstration oder einem Protest teilnehmen wollen.


