Reportage
Christopher Street Day startet „jetzt erst recht“
Nach dem Terror von München zieht der Christopher Street Day „jetzt erst recht“ durch Berlin. Die Veranstalter erwarten bei bestem Wetter 750.000 Teilnehmer, die gemeinsam die Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Transen feiern.

Trotz des Terrors in München startet der Christopher Street Day (CSD) heute um 12 Uhr auf dem Kurfürstendamm Höhe Joachimsthaler Straße. Nach einer kurzen Ansprache des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller wird sich der Zug ab 12:30 Uhr in Bewegung setzen.
Die Strecke verläuft Richtung Osten über Wittenbergplatz bis zum Nollendorfplatz, dann Richtung Norden über den Lützowplatz bis zur Siegessäule und von dort zum Brandenburger Tor. Dort läuft dann ab 16:30 Uhr das Programm auf der Hauptbühne. Die Organisatoren rechnen mit rund 750.000 Teilnehmern.
Danke an @polizeiberlin für den Schutz des #csdberlin!
Wir gehen hin. #JetztErstRecht
— DIE SIEGESSÄULE (@Siegessaeule) July 23, 2016
Christopher Street Day sagt „Danke für nix“
Unter dem Motto „Danke für nix“ zieht die Kultparade bereits zum 38. Mal durchs Berliner Stadtzentrum. Als Musiker haben sich diesmal Culcha Candela, Benjamin Boyce und die spanische Sängerin Barei angesagt. Alle Künstler treten beim CSD ohne Gage auf.
„Die Sicherheitsmaßnahmen sind auf einem hohen Niveau“, zitiert die Berliner Morgenpost eine Polizeisprecherin. Ob das Konzept mit Blick auf den Terror in München verändert wurde, wollte sie nicht sagen. „Das wäre kontraproduktiv.“ Auch zur Anzahl der sich im Einsatz befindenden Polizisten machte sie keine Angaben.
Der Christopher Street Day erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969. Nach einer Polizeirazzia in der Bar „Stonewall Inn“ in New York kam es in der Christopher Street zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transen. Anders als in Berlin spricht man international statt vom CSD meist von „Gay Pride“.


