Reportage
Thüringen will 2.000 Migranten aus Idomeni aufnehmen
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will bis zu 2.000 Flüchtlinge aus dem griechischen Grenzort Idomeni aufnehmen. Die Arbeitgeber machten sich schon Sorgen, „dass nun keine Flüchtlinge mehr zu uns kommen“.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist zur Aufnahme weiterer Migranten etwa aus dem griechischen Grenzort Idomeni bereit.
„Wir können unseren Teil zu einer europäischen Kontingentlösung beitragen“, sagte Bodo Ramelow dem Spiegel. Derzeit stünden sieben der zehn Erstaufnahmeunterkünfte im Freistaat Thüringen leer.
Thüringen könnte laut dem Linken-Politiker „1.000 bis 2.000 Flüchtlinge“ aufnehmen, die im griechischen Idomeni gestrandet sind und „verzweifelt auf Hilfe hoffen“. Voraussetzung für die Aufnahme der Migranten sei, dass die Bundesregierung Thüringen in Visafragen und bei der Logistik helfe.
In dem völlig überfüllten Lager in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze sitzen mehr als zehntausend Flüchtlinge fest. Mazedonien hat seine Grenzen für illegale Einwanderer geschlossen und schützt damit nicht nur das eigene Land, sondern auch Deutschland und andere EU-Staaten.
Bodo Ramelow und die Arbeitgeber
„Ich wurde schon von Arbeitgebern angesprochen, die sich Sorgen machen, dass nun keine Flüchtlinge mehr zu uns kommen“, sagte Bodo Ramelow dem Spiegel.
Die Linke beschäftigt sich derzeit einer parteiinternen Analyse, wonach der Kurs der offenen Grenzen Stimmen bei den Landtagswahlen gekostet. Selbst einem Drittel der eigenen Wähler in Sachsen-Anhalt sei die Sicht der Linkspartei auf „Flüchtlinge“ zu positiv.
Doch die Linke will deswegen ihre „programmatisch grundlegenden Positionen nicht aufgeben oder ändern“, zitiert der Spiegel aus dem Papier der Linken-Bundesgeschäftsstelle. Auch die Grünen wollen die Migranten aus Idomeni nach Deutschland holen.


