Reportage
Bewerber beim BKA scheitern reihenweise am Sprachtest
Trotz Abitur sind viele der Bewerber beim Bundeskriminalamt (BKA) am Sprachtest gescheitert. Das Bundesinnenministerium will daher im kommenden Jahr die Anforderungen bei der Rechtschreibung „modernisieren“.

Die deutschen Sicherheitsbehörden rüsten personell auf. Denn das Risiko von Terroranschlägen, Cyberattacken oder organisierten Einbrecherbanden steigt. Allein das Bundeskriminalamt (BKA) soll im kommenden Jahr 820 neue Stellen bekommen.
Doch bei der Besetzung der freien Stellen hat die Behörde jetzt schon Probleme. Dieses Jahr wollte das BKA eigentlich 120 Kommissaranwärter einstellen. Doch nur 62 hätten ihre Ausbildung angetreten.
Bewerber scheitern beim BKA am Sprachtest
Grund dafür ist vor allem, dass die Bewerber trotz Abitur reihenweise am Rechtschreibtest scheitern, der zu dem mehrstufigen Aufnahmeverfahren gehört, berichtet der SPIEGEL unter Berufung auf den Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK).
„Die Hürden bei der Aufnahmeprüfung wurden schon in den vergangenen Jahren bei der Polizei in den Ländern und beim Bund gesenkt: sei es beim Mindestalter, bei der Mindestgröße oder beim Sporttest“, sagt der BDK-Vorsitzende Andre Schulz.
Wenn nun auch der Deutschtest reduziert oder gar abgeschafft wird, muss man sich schon fragen, was mit unserem Bildungssystem nicht in Ordnung ist.
Eine Abschaffung des Rechtschreibtests beim BKA scheint nicht bevorzustehen. Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, es werde an den Sprachtests festhalten. Allerdings sollten die Anforderungen im nächsten Jahr „modernisiert“ werden.


