Reportage
Berliner Linksradikale sind arbeitslos und wohnen bei Mutti

Die Straftaten durch Berliner Linksradikale haben deutlich zugenommen. In den fünf Jahren von 2009 bis 2013 gab es insgesamt 1.523 Fälle. Das ist mehr als doppelt so viel wie in den fünf Jahren davor. „Die meisten politisch motivierten Gewaltdelikte kommen aus der linken Szene“, zitiert die B.Z. den Berliner Innensenator Frank Henkel (52, CDU).
Typische Berliner Linksradikale sind männlich und zwischen 21 und 24 Jahre alt. Sie haben meist keinen Job, und 92 Prozent der Berliner Linksradikalen wohnen noch bei ihrer Mutti. Dies geht aus einer neuen Studie des Verfassungsschutzes hervor, in der die linksradikalen Täter erfasst wurden.
Berliner Linksradikale wohnen bei Mutti
Unter den 873 Verdächtigen, die von der Polizei in Berlin ermittelt wurden, sind 84 Prozent Männer und 16 Prozent Frauen. Knapp drei Viertel der linksradikalen Täter sind zwischen 18 und 29 Jahren alt. Mehr als ein Drittel sind zwischen 21 und 24 Jahre alt.
Jeder zweite Berliner Linksradikale stammt aus Friedrichshain-Kreuzberg oder Neukölln. 34 Prozent haben die mittlere Reife, 29 Prozent ein Abitur. Jeder dritte ist arbeitslos.
Jeder zehnte Berliner Linksradikale hat nachweislich mehr als eine Tat begangen. Vier von zehn linksradikalen Tätern waren bereits vorher straffällig.
Bei 95 Prozent der Gewalt-Fälle geht es um Landfriedensbruch, Körperverletzung, Brandstiftung oder um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte
Mehr als die Hälfte der Delikte begehen die Täter in Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte, mehr als die Hälfte im Zusammenhang mit Demonstrationen und Kundgebungen.
Zwischen 2009 und 2013 verübten linke Täter elf Mordversuche und zwei versuchte Totschlagsdelikte. Neun dieser Mord- und Totschlagsversuche passierten auf öffentlichen Straßen.
Mit 902 Fällen richten sich mehr als die Hälfte der Gewalttaten gegen Personen. Vier von fünf Gewalttaten sind Angriffe auf Polizisten. Rund 15 Prozent der Angriffe treffen nach Angaben des Verfassungsschutzes Rechtsextreme.
Bei der linken Gewalt gegen Sachen bleiben Auto-Brandstiftungen mit 62 Prozent das häufigste Delikt. In mehr als der Hälfte dieser Fälle zündeten die linksradikalen Täter Polizeiwagen an.


