Berlin Journal

Magazin · Berlin

Reportage

Berlins Krankenhäuser ächzen unter Babyboom

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

Teilen: X · E-Mail

Krankenhäuser Berlin Babyboom
Auch die Charité muss immer wieder werdende Mütter in andere Kliniken schicken, weil gerade alle Geburtsräume belegt sind.

In Berlin werden so viele Babys geboren wie nie zuvor. Die Krankenhäuser können den Babyboom kaum noch bewältigen und müssen Aufnahmestopps verhängen. Dabei hat es bereits eine Personal-Aufstockung gegeben.

Krankenhäuser Berlin Babyboom
Auch die Charité muss immer wieder werdende Mütter in andere Kliniken schicken, weil gerade alle Geburtsräume belegt sind.

Bereits 2015 gab es in Berlin einen Geburtenrekord, und im vergangenen ist Zahl der Lebendgeburten voraussichtlich weiter angestiegen. Die Krankenhäuser können den Ansturm der werdenden Eltern kaum noch stemmen und sehen sich regelmäßig gezwungen, Aufnahmestopps zu verhängen.

Die meisten Geburten gab es deutschlandweit im St.-Joseph-Krankenhaus in Tempelhof. Hier kamen letztes Jahr fast 4.600 Kinder zur Welt. Das sind 600 mehr als im Vorjahr. „Etwa 30-mal mussten wir kurzfristig die Geburtsstation schließen“, zitiert die B.Z. den Chefarzt Prof. Michael Abou-Dakn (57).

Im St.-Joseph-Krankenhaus in Tempelhof hat der Babyboom in den ersten vier Wochen des Jahres bereits dreimal zu einem Aufnahmestopp geführt. Das Gleiche passiert auch in den vier anderen großen Berliner Geburtenzentren:

  • St.-Joseph-Krankenhaus in Tempelhof 4.600 Geburten,
  • Charité Mitte und Wedding zusammen 5.300 Geburten,
  • Vivantes Neukölln 3.722 Geburten,
  • Vivantes Friedrichshain 3.331 Geburten und
  • Helios Buch 3.087 Geburten.

Auch die Charité muss inzwischen etwa vier Prozent der werdenden Mütter in andere Kliniken schicken, weil gerade alle Geburtsräume belegt sind. Prof. Wolfgang Henrich (56), Direktor der Charité-Geburtsmedizin, sagt:

Wir helfen dann aber dabei, eine andere Klinik zu finden. Es kommt also zu keinem Risiko – nur eben nicht mehr immer zur Wunsch-Klinik. Es ist wie bei einem Flughafen – wollen zu viele gleichzeitig landen, wird es schwierig – dann müssen welche umgeleitet werden.

Das St.-Joseph-Krankenhaus in Tempelhof hat bereits drei neue Hebammen eingestellt. Zugleich wird versuchsweise die Zahl der geplanten Geburten begrenzt. „Wir nehmen drei Monate lang nur je 325 Anmeldungen an, dann werten wir das aus“, sagt Chefarzt Prof. Michael Abou-Dakn.

Comments

comments

Berlin · Berlin · Charite · Charité Mitte · Charité Wedding · Geburten · Helios · Helios Buch · Kinder · Krankenhäuser · Michael Abou-Dakn · St.-Joseph-Krankenhaus · Vivantes · Vivantes Friedrichshain · Vivantes Neukölln · Wolfgang Henrich

Weiterlesen

Alle Beiträge →

Newsletter

Berlin und die Wirtschaft in einem Brief

Die wichtigsten Geschichten aus Berlin, Deutschland und der Wirtschaftswelt — kompakt im Postfach.

Jederzeit abbestellbar. Kein Spam.