Reportage
Axt-Mann Fatmir H. kommt in die Psychiatrie
Der Kosovare Fatmir H., der in Düsseldorf neun Menschen mit einer Axt verletzt hat, kommt nicht in Untersuchungshaft, sondern in die Psychiatrie. Zuvor werden aber noch im Krankenhaus seine Knochenbrüche behandelt.

Der Mann mit Axt vom Düsseldorfer Hauptbahnhof wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Dies hatte die Staatsanwaltschaft statt einer Untersuchungshaft beantragt. Ein Richter habe dem am Freitag entsprochen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.
Der 36-jährige Asylbewerber aus dem Kosovo hatte am Donnerstagabend neun Menschen mit einer Axt verletzt, vier von ihnen schwer. Unter den Verletzten sind auch ein 13-jähriges Mädchen aus Düsseldorf und zwei Touristinnen aus Italien.
In der Wohnung von Fatmir H. sei ein Attest gefunden worden, das ihm eine „paranoide Schizophrenie“ bescheinige, zitiert SPON die Polizei. Zur Behandlung soll er nun zunächst in ein Justizkrankenhaus überwiesen werden.
Die Polizei hatte den Axt-Angriff als Amoklage eingestuft und fast 600 Beamte zusammengezogen. Der Lokführer einer S-Bahn hatte geistesgegenwärtig die Türen geschlossen. Sonst wären womöglich noch mehr Menschen verletzt worden.
Auf der Flucht vor der Polizei hatte der Mann die Gleise des Düsseldorfer Hauptbahnhofs überquert und war dann von einer Brücke auf eine Straße gesprungen. Dabei hatte er sich beide Beine gebrochen. Diese werden derzeit noch im Krankenhaus behandelt.
Laut Polizei gibt es keine Hinweise darauf, dass Fatmir H. aus dem zu 95 Prozent muslimischen Kosovo ein terroristisches Motiv gehabt hätte. Auch Hinweise auf Mittäter gebe es nicht. Es handle sich um einen verwirrten Einzeltäter.
Der 36-jährige Asylbewerber sei bereits Jahr 2009 aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen. Er habe zuletzt mit einer Aufenthaltsberechtigung als Asylbewerber in Wuppertal gelebt. Bisher war er offenbar nicht vorbestraft.
Auf Facebook hat Claudia Letizia ein Foto ihres Sohnes Domenico veröffentlicht, der eines der neun Opfer ist. Der Axt-Mann habe ihrem Sohn von hinten eine Axt in den Kopf geschlagen. Es sei lange operiert worden. „Die Medien spielen alles runter“, schreibt die Mutter.


