Reportage
Angela Merkel freut sich auf vier weitere Jahre
Am Tag nach der Bundestagswahl hat Angela Merkel trotz starker Verluste für die CDU auf Selbstkritik verzichtet. Ihre Entscheidungen im Wahlkampf würde sie heute wieder so treffen. Sie freue sich auf die nächsten vier Jahre.

„Wir haben uns ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagte Angela am Montagnachmittag im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale. Ihre Partei habe rund eine Million Wähler an die AfD verloren. „Die wollen wir durch gute Politik zurückgewinnen.“
In Sachsen wurde die CDU sogar von der neu ins Parlament einziehenden AfD als stärkste Partei überholt. „Ich habe die Menschen dort nicht vergessen“, sagt Angela Merkel mit auf die Frage, ob sie die Menschen in Ostdeutschland vergessen habe.
Eventuelle eigene Fehler im Wahlkampf kann sie offenbar nicht erkennen. „Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten. Wir haben den Wahlkampf so gemacht, und ich würde ihn heute auch wieder so machen.“
„Natürlich bleibt meine Aussage, dass ich für vier volle Jahre zur Verfügung stehe“, sagte Merkel. Obwohl SPD-Chef Martin Schulz eine Neuauflage der großen Koalition bereits am Sonntag ausgeschlossen hatte, wolle sie weiterhin im Gespräch mit den Sozialdemokraten bleiben.
„Ich habe mir keine Illusionen gemacht, dass das einfach wird aber Ja, ich freue mich auf die nächsten vier Jahre“, so Merkel. Sie rate jedem, das Wählervotum zu akzeptieren. „Jede Neuwahl-Spekulation ist eine Missachtung des Wählervotums.“
Amtliches Endergebnis:
- CDU/CSU 33 (-8,5 gegenüber 2013)
- SPD 20,5 Prozent (-5,2)
- AfD 12,6 Prozent (+7,9)
- FDP 10,7 Prozent (+5,9)
- Linke 9,2 Prozent (+0,5)
- Grüne 8,9 Prozent (+0,5)
- Andere 5,1 Prozent (-1,2)


