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Reportage

Terrormiliz IS köpft Frauen wegen Hexerei

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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Der IS enthauptet in Syrien Straßenkünstler, weil sie der Hexerei und Zauberei schuldig seien (Foto: Abu Bakr Al Britani / Twitter)
Der IS enthauptet in Syrien Straßenkünstler, weil sie der Hexerei und Zauberei schuldig seien (Foto: Abu Bakr Al Britani / Twitter)
Der IS enthauptet in Syrien Straßenkünstler, weil sie der Hexerei und Zauberei schuldig seien (Foto: Abu Bakr Al Britani / Twitter)
Der IS enthauptet in Syrien Straßenkünstler, weil sie der Hexerei und Zauberei schuldig seien. Zum ersten Mal wurden deswegen auch 2 Frauen geköpft (Foto: Abu Bakr Al Britani / Twitter)

Seit dem Ausrufen des Kalifats in Syrien und Irak am 29. Juni 2014 ließ die Terrormiliz IS mehr als 3.000 Menschen hinrichten, meldete die Organisation Syrian Observatory for Human Rights, die in England von Exyl-Syrern betrieben wird. 1.800 Hingerichtete waren Zivilisten, darunter 74 Kinder.

IS-Terroristen wie Aria L. (21) aus Offenbach hatten in Syrien neben aufgespießten Köpfen von enthaupteten Männern posiert, wie Berlin Journal berichtete.

Die Begründungen für die Hinrichtungen rufen selbst bei Islamisten Unverständnis und Empörung hervor. In Mosul (Irak) wurde am 16. Februar 2016 der 15jährige irakische Teenager Ayam Huseein öffentlich geköpft, weil er im Laden seines Vaters westliche Musik gehört hatte, wie Berlin Journal ebenfalls berichtete.

Auch Straßenkünstler werden getötet

Wie die britische Dailymail schrieb, habe der IS auch öffentliche Exekutionen von angeblichen Magiern und Zauberern bestätigt. Die IS-Propagandabteilung hat zur Bekräftigung Bilder von verschiedenen Hinrichtungen in Syrien und Irak veröffentlicht, bei denen die Geköpften schuldig gesprochen wurden, der „Schwarzen Magie“ zu frönen. Es reichte aus, ein Buch über Magie zu besitzen.

In Wahrheit, so die Daylymail, habe es sich um einfache Straßenkünstler gehandelt, die mit ihren Zaubertricks kleine Kinder und Passanten unterhalten hatten.

Zum ersten Mal Frauen wegen Hexerei geköpft

Bisheriger Höhepunkt der Hexen- und Magierverfolgung durch den IS war am 26. Juni 2015 die Enthauptung von zwei Frauen und ihrer Ehemänner in der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor (auch als Deir al-Sur bekannt). Den Frauen wurde vom IS Hexerei vorgeworfen.

„Und das ist das erste Mal, das die Beobachtungsstelle Kenntnis darüber erhalten hat, dass IS-Kämpfer Frauen wegen Hexerei enthauptet haben“, sagte Observatory-Chief Rami Abdel Rahman der Daylymail.

Männer, die während der Fastenzeit Ramadan bei Tageslicht gegessen hatten, kamen laut Syrian Observatory for Human Rights glimpflicher davon. Im Juni 2015, als die beiden Frauen gemeinsam mit ihren Ehemänner geköpft wurden, sollen zudem in Deir al-Sur fünf Männer an Armen und Beinen an einer Stadtmauer aufgehängt worden sein. Kinder seien aufgefordert worden, die Männer während ihres Leidens zu verspotten. Sie haben aber wenigstens überlebt.

Homosexuelle gesteinigt

Wie die syrische Beobachtungsstelle weiter mitteilte, töteten IS-Extremisten im vergangenen Jahr in derselben Gegend zwei junge Männer wegen angeblicher Homosexualität durch Steinigung.

Ein 20-Jähriger sei unter dem Vorwurf der Homosexualität in der Ortschaft Majadin in der Provinz Deir al-Sur gesteinigt worden, erklärte das Netzwerk. Auf seinem Handy seien angeblich Bilder gefunden worden, die ihn bei „unschicklichen Akten mit Männern“ zeigten. In Deir al-Sur wurde demnach ein 18-Jähriger unter dem gleichen Vorwurf gesteinigt.

Aktivisten schrieben im Internet jedoch, der Vorwurf der Homosexualität sei nur ein Vorwand gewesen. In Wahrheit habe es sich um Gegner der IS-Dschihadisten gehandelt. Diese haben bereits wiederholt Frauen wegen Ehebruchs gesteinigt. Im August wurde nach UNO-Angaben in Majadin auch eine Zahnärztin geköpft, weil sie weiterhin Frauen wie auch Männer behandelt hatte.

Die sunnitischen Fanatiker berufen sich bei ihren Taten auf die Scharia. Allerdings verurteilen selbst konservative islamische Rechtsgelehrte ihr Vorgehen als unislamisch.

Die ostsyrische Stadt Deir al-Sur ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die der „Islamische Staat“ besetzt hält. Ein Teil der Stadt wird allerdings von Soldaten der Regierung kontrolliert. Von dem Flughafen im Norden von Deir al-Sur fliegen die Regierungstruppen Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz. Ein Angriff des IS auf den Flughafen konnte bisher abgewehrt werden.

Die Dschihadisten, die die Stadt mit rund 250.000 Einwohnern seit etwa einem Jahr belagern, verhindern die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Medizin. Russland hatte deshalb Ende Januar diesen Jahres 22 Tonnen Hilfsgüter, vor allem Medizin und Lebensmittel über der Stadt abgeworfen. Den Vereinten Nationen zufolge sind insgesamt 50 Orte in Syrien mit 400.000 Menschen eingekesselt.

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Thomas Breithaupt

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