Reportage
Wolfgang Bosbach: Offene Grenzen bringen hohe Kriminalität
Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hat die Grenzöffnungen seit dem Jahr 2007 für den Anstieg der Eigentumskriminalität in Deutschland verantwortlich gemacht. Einen solchen Zusammenhang hatten führende Regierungspolitiker bisher stets bestritten.

Die Abschaffung der Grenzkontrollen zu Osteuropa seit dem Jahr 2007 hat zu einem Anstieg der Eigentumskriminalität geführt, sagt der CDU-Innenexperte im Bundestag Wolfgang Bosbach. Einen solchen Zusammenhang hatte die Politik bisher stets bestritten.
„Wir hatten von 1994 bis 2007 einen stetigen Rückgang bei Wohnungseinbrüchen bundesweit, seit 2007 ist es umgekehrt“, zitiert die Welt den CDU-Mann, der auf einem Sicherheitsforum seiner Partei in Pasewalk sprach.
Laut Wolfgang Bosbach haben die von Vandalismus begleiteten Einbrüche für viele Menschen traumatische Folgen. Die Aufklärungsquote von lediglich 14 Prozent sei „eher gruselig“.
Offene EU-Außengrenzen sind das Hauptproblem
Doch nicht nur die Kontrollen an den deutschen Grenzen seien bei der Erweiterung des Schengen-Raums weggefallen. Zudem sei auch die EU-Außengrenze immer löchriger geworden. Dies ist laut Bosbach der Hauptgrund für den Anstieg der Eigentumskriminalität in Deutschland.
Einwohner in der Grenzregion zu Polen beobachten seit Jahren einen Anstieg der Kriminalität. Allerdings hatten führende Regierungspolitiker bisher einen Zusammenhang mit dem Wegfall der Grenzkontrollen stets bestritten.
Wolfgang Bosbach sieht keine schnelle Lösung
„Dem Bundeskriminalamt liegen Zahlen vor, dass etwa 40 Prozent dieser Delikte von ausländischen Banden begangen werden“, sagte nun Wolfgang Bosbach. Eine schnelle Lösung für das Problem sehe er nicht.
Denn die Bundespolizei arbeite nicht erst seit der Flüchtlingswelle im Herbst letzten Jahres „an der Belastungsgrenze“. Die beschlossenen 3.000 neuen Stellen stünden erst im Jahr 2019 zur Verfügung, da die neuen Mitarbeiter zunächst ausgebildet werden müssten.


