Reportage
Jeder zweite Berliner bangt um seine Wohnung
Jeder zweite Berliner fürchtet, wegen der steigenden Mieten bald seine Wohnung zu verlieren. Dies zeigt ein Forsa-Umfrage. Die Befragten bewerteten die Wohnungsnot als das drängendste Problem in Berlin.

Bei den Berlinern sind die Sorgen deutlich gewachsen, dass sie wegen der steigenden Mieten ihre Wohnung verlieren könnten. Auffällig ist, dass sich die Angst vor dem Wohnungsverlust nicht nur bei ärmeren Haushalten verbreitet hat, sondern auch bei relativ wohlhabenden Haushalten.
In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung sagten 47 Prozent der befragten Mieter, dass sie befürchten, sich ihre Wohnung in den nächsten Jahren nicht mehr leisten zu können. Das sind deutlich mehr als vor zwei Jahren, als sich 36 Prozent der befragten Mieter entsprechend äußerten.
Unter den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.500 Euro befürchten 55 Prozent einen Wohnungsverlust. Aber auch bei den Haushalten, die mehr als 3.000 Euro im Monat zur Verfügung haben, fürchten mehr als ein Drittel, dass sie ihre Wohnung wegen Mietsteigerungen oder Nebenkostenerhöhungen verlassen müssen.
Die Befragten bewerteten die Wohnungsnot in Berlin wieder als das drängendste Problem. Hier sehen 32 Prozent der Umfrage-Teilnehmer den größten Handlungsbedarf. In Monaten zuvor standen noch die Integration der vielen neuen Migranten und die innere Sicherheit an erster Stelle.
Nur 16 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Berliner Senat ein Konzept für preiswertes Wohnen hat. Die rot-rot-grüne Koalition will unter anderem Zehntausende Wohnungen bauen und die Spielräume der Vermieter bei der Modernisierung von Wohnungen weiter begrenzen.


