Reportage
Volker Kauder vermisst Demos gegen Putin in Berlin
Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, findet es „nicht in Ordnung“, dass die Deutschen die russische Syrien-Politik hinnehmen. Er vermisse schon lange Demonstrationen gegen Russlands Präsidenten Putin in Berlin.

In einer Sitzung der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag hat Volker Kauder (67, CDU) offenbar sein Unverständnis darüber geäußert, dass die Deutschen nicht gegen die Syrien-Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin protestieren.
Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte, er könne nicht verstehen, dass es nicht schon seit langem Demonstrationen wegen Moskaus Vorgehen zugunsten von Machthaber Baschar al-Assad vor der russischen Botschaft in Berlin gibt. „Das ist nicht in Ordnung“, zitiert ihn SPIEGEL ONLINE.
Nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion in Berlin stellte Volker Kauder außerdem die rhetorische Frage gestellt, was wohl vor der US-Botschaft in der Hauptstadt los wäre, wenn den USA etwas Vergleichbares wie Putin in Syrien zur Last gelegt werden könne.
Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die russische Regierung unterstützt die syrischen Truppen mit Luftangriffen beim Vormarsch in der umkämpften Stadt Aleppo und anderen Regionen Syriens.
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (51, CDU), hatte am Montag wegen der Bombardierung von Aleppo neue EU-Sanktionen gegen Russland gefordert. Diese Frage ist in der Union allerdings noch strittig.


