Reportage
Verfassungsschutz meldet mehr als 10.000 Salafisten
Laut Bundesamt für Verfassungsschutz gibt es in Deutschland erstmals über 10.000 Salafisten. Die meisten von ihnen seien jedoch keine Terroristen. Sie streben lediglich einen reinen Islam an, wie er im 7. Jahrhundert gelebt wurde.

Die Zahl der vom Bundesverfassungsschutz registrierten Salafisten in Deutschland ist erstmals über 10.000 gestiegen. Das hat die Rheinische Post vom Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln erfahren.
Zu Beginn der Zählung im Jahr 2011 gingen die Verfassungsschützer noch von 3.800 Salafisten aus. Im Jahr 2015 verzeichneten sie bereits 8.350. Die Sicherheitsbehörden bezeichnen den Salafismus als die zurzeit dynamischste islamistische Bewegung.
Der Salafismus ist eine konservative Strömung des Islam. Vorbild sind die Vorfahren (arabisch salaf) mit ihren Sitten und Gebräuchen während und kurz nach den Offenbarungen des Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert. Diese lebten nach Ansicht der Salafisten den reinen Islam.
Laut Bundesamt für Verfassungsschutz sind die meisten Anhänger des Salafismus keine Terroristen. Nur eine Minderheit von Gotteskriegern wolle ihre Ziele mit Gewalt durchsetzen. Fast alle in Deutschland bisher identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen sind salafistisch geprägt oder haben sich im salafistischen Milieu entwickelt.


