Reportage
USA wollen weiter über Syrien Flugzeuge abschießen
Russland nennt es eine „Verletzung der syrischen Souveränität“, dass die USA über Syrien ein syrisches Flugzeug abgeschossen haben. Doch das Pentagon teilt mit, man werde auch in Zukunft nicht zögern.

Nachdem die USA am Sonntag erstmals ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen hatten, ist die Lage am Montag weiter eskaliert. Zunächst drohte Russland den USA, jedes Flugzeug im Operationsgebiet der russischen Luftwaffe in Syrien abzufangen, auch amerikanischen Flugzeuge.
Diese Drohung ließen wiederum die USA nicht auf sich sitzen und eskalierten mit ihrer Antwort weiter. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte am Montag, dass sich amerikanische Piloten über Syrien verteidigen würden, wenn sie von russischen Piloten angegriffen werden.
„Wir suchen keinen Konflikt mit irgendeiner Partei in Syrien außer ISIS, aber wir werden nicht zögern, uns oder unsere Partner zu verteidigen, wenn wir bedroht werden“, zitiert der Washington Examiner den Pentagon-Sprecher. Am Nachmittag ergänzte Regierungssprecher Sean Spicer, die USA würden sich „das Recht auf Selbstverteidigung in Syrien vorbehalten“.
Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium den US-Angriff vom Sonntagabend auf ein syrisches Flugzeug über Syrien als eine „zynische Verletzung der syrischen Souveränität“ bezeichnet. Russland unterbrach vorerst die Konfliktkoordination mit den USA, deren Ziel die Vermeidung von Luftvorkommissen ist.
Im April hatte Russland schon einmal die Koordination unterbrochen, nachdem die USA einen syrischen Flughafen bombardiert hatten. Dies war eine Antwort auf den angeblichen Einsatz von Chemiewaffen durch syrische Truppen. Doch nur wenige Tage später wurde die Koordination zwischen den USA und Russland fortgesetzt.
Viktor Ozerov, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, drohte US-Flugzeugen in Syrien mit „Zerstörung“, wenn sie das Leben russischer Piloten bedrohen. Zwar hoffe Russland, dies nicht tun zu müssen, doch „wir werden niemandem erlauben, unseren Piloten das anzutun, was dem syrischen Flugzeug passiert ist“.


