Reportage
Unbekannte zünden schlafenden Obdachlosen an
Auf dem U-Bahnhof Schönleinstraße in Berlin-Kreuzberg haben fünf bis sechs Unbekannte Kleidungsstücke eines Obdachlosen angezündet. Zeugen konnten den schlafenden Mann mit ihrem beherzten Eingreifen retten.

Dem sofortigen und beherzten Eingreifen mehrerer Zeugen ist zu verdanken, dass ein Obdachloser vergangene Nacht körperlich unversehrt blieb, berichtet die Polizei Berlin.
Etwa fünf bis sechs bislang Unbekannte haben derzeitigen Erkenntnissen zufolge gegen 2 Uhr Kleidungsstücke eines schlafenden Obdachlosen auf dem U-Bahnhof Schönleinstraße angezündet (U-Bahnlinie U8).
Passanten retten den Obdachlosen
Die Passanten löschten sofort die Flammen an dem Papier, mit dem sich der 37-Jährige offenbar zugedeckt hatte. Ein U-Bahnfahrer, der das Geschehen beobachtet hatte, eilte mit einem Feuerlöscher hinzu.
Der offensichtlich alkoholisierte Obdachlose blieb dadurch glücklicherweise unverletzt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen versuchten Mordes übernommen. Die Fahndung nach den Tätern wurde eingeleitet.
Der U-Bahnhof Schönleinstraße an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln wird mit Videokameras überwacht. Zwar hat die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes gegen Unbekannt eingeleitet. Doch Fahndungsfotos der mutmaßlichen Täter wurden bisher nicht veröffentlicht.
Erinnerungen an den Fall Svetoslav Stoykov
Im Oktober hatte ein bulgarischer Staatsbürger am U-Bahnhof Hermannstraße (nur eine Station weiter) ebenfalls in Berlin Kreuzberg eine junge Frau unvermittelt auf einer Treppe in den Rücken getreten. Die Frau stürzte und brach sich einen Arm.
Die Öffentlichkeitsfahndung nach dem mutmaßlichen Täter und seiner Gang startete jedoch erst vor zwei Wochen. Die Videoaufnahmen von dem Angriff wurden von einem Whistleblower an die Medien geleitet. Am 17. Dezember schnappte die Polizei Svetoslav Stoykov am ZOB in Charlottenburg festnehmen.


