Reportage
De Maiziere beklagt mangelndes Nationalbewusstsein
Nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere mangelt es den Deutschen an Nationalbewusstsein. Zudem gebe es hierzulande zu wenige überzeugte Christen, wodurch die Integration der Muslime erschwert werde.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (62, CDU) hat den Deutschen einen Mangel an Nationalbewusstsein vorgeworfen. Dies erschwere die Integration der Flüchtlinge. Im Interview mit dem Stern sagte er:
„Obwohl es uns ökonomisch gut geht wie selten zuvor, sind wir uns unserer selbst, unserer Identität nicht sicher genug. Wir wissen nicht mehr genau, wer wir sind und wer wir sein wollen. Was uns als Deutsche ausmacht.“
Den Deutschen fehlen Nationalbewusstsein und Religion
Zudem kritisierte Thomas de Maiziere, dass die religiöse Bindung in der deutschen Gesellschaft abnimmt. Die Zahl der überzeugten Christen hierzulande sei kleiner geworden. Es erschwere die Integration der Muslime, „dass sie auf eine Gesellschaft mit einem – gegenüber früher – verunsicherten christlichen Selbstbewusstsein stoßen.“
Die Integration von Hundertausenden Muslimen ist nach Ansicht des Bundesinnenministers „objektiv schwieriger“ als beispielsweise die Integration von Russlanddeutschen. Denn die kulturellen Unterschiede seien bei den Muslimen größer.
„Die Auseinandersetzung zwischen dem Christentum und dem Islam war über Jahrhunderte hinweg kompliziert“, sagt de Maizière offenbar in Anspielung auf die jahrhundertelangen Angriffe der Muslime auf Europa. „Das ist im historischen Gedächtnis der Deutschen verankert.“
Andererseits dürften aber die verheerenden Kriege des Westens gegen die muslimische Welt in den letzten Jahrzehnten noch viel stärker im Gedächtnis der Muslime verankert sein.


