Reportage
Terroranschläge auf christliche Minderheit in Ägypten
Der Islamische Staat hat in Ägypten zwei Terroranschläge auf zwei Kirchen der christlichen Minderheit der Kopten verübt. Die Selbstmordattentäter töteten dabei Dutzende Christen, die den Palmsonntag feiern wollten.
Am Sonntag sind in Ägypten bei einem islamistischen Anschlag auf die christliche Minderheit mindestens 25 Menschen getötet und 59 Menschen verletzt worden. Offenbar hat sich in der koptischen Kirche St. Georg in der nordägyptischen Stadt Tanta ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Zum Palmsonntag war die Messe gut besucht.
Wenige Stunden nach dem ersten Anschlag gab es nach offiziellen Angaben einen weiteren Anschlag vor der Kirche St. Markus im ägyptischen Alexandria. Dabei wurden nach Angaben der Behörden elf Menschen getötet. Täter war auch hier ein Selbstmordattentäter, der zuvor am Einlass in die Kirche gehindert wurde.
Der Islamische Staat hat die Anschläge in Tanta und Alexandria über das IS-Sprachrohr Amak für sich reklamiert, berichtet der Tagesspiegel. Im Dezember waren bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche in Kairo fast 30 Menschen getötet worden. Auch zu diesem Terroranschlag bekannte sich der IS.
Christen machen in Ägypten nur noch zehn Prozent der etwa 94 Millionen Einwohner Ägyptens aus. Im Februar mussten Hunderte ägyptische Christen aus dem Norden der Sinai-Halbinsel fliehen, weil dort zahlreiche Mitglieder der religiösen Minderheit ermordet wurden. Dahinter wird der IS vermutet.


