Reportage
SPD-Bundestagsabgeordnete fälschte ihren Lebenslauf
Die langjährige Bundestagsabgeordnete Petra Hinz hat in ihrem Lebenslauf gelogen. In Wahrheit hat sie weder ein Abitur noch juristische Staatsexamina. Dies hat die SPD-Politikerin nach Presseanfragen nun eingeräumt.

Seit dem Jahr 2005 sitzt Petra Hinz für die SPD im Deutschen Bundestag. Sie ist derzeit Mitglied im Haushaltsausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss, wo sie sogar Sprecherin der SPD-Fraktion ist.
Doch nun stellt sich heraus, dass sie wesentliche Teile ihres Lebenslaufes frei erfunden hat. So hat sie kein Abitur und erst Recht keine juristischen Staatsexamina. Dies erklärte nun ihr Anwalt nach kritischen Anfragen mehrerer Journalisten.
Petra Hinz lässt sich vom Anwalt erklären
Frau Hinz hat im Jahr 1983 am heutigen Erich-Brost-Berufskolleg der Stadt Essen die Fachhochschulreife erworben. Sie hat jedoch keine allgemeine Hochschulreife erworben. Sie hat darüber hinaus kein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und auch keine Juristischen Staatsexamina abgelegt.
In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit.
Mitte der 1990er Jahre unternahm sie den Versuch, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer biografischen Falschangaben zu heilen. Aufgrund ihrer zeitlichen Beanspruchung als Mitglied im Rat der Stadt Essen und ihre ehrenamtlichen politischen Engagements musste sie diesen Versuch jedoch bereits nach etwa einem Jahr wieder aufgeben.
Es ist klarzustellen, dass Frau Hinz zu keinem Zeitpunkt rechtsberatend tätig war. Ihre Angestelltentätigkeit in den Jahren 1999 bis 2003 war nicht juristischer Natur.
Das politische Engagement von Frau Hinz war und ist von Aufrichtigkeit und Integrität geprägt. Sie ist daher sehr bestürzt, nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten geradezustehen.
Sie bittet ihre Wegbegleiter, ihre Mitarbeiter, ihre Freunde und Familie, all die Menschen, die ihr vertraut haben, und auch die allgemeine Öffentlichkeit von ganzem Herzen um Entschuldigung.


