Reportage
Shabihas: Assads Folterer kommen als Flüchtlinge getarnt nach Deutschland

Neben der Terromiliz Islamischer Staat IS gibt es eine weitere Terrorbande, die in Syrien die Bevölkerung terrorisiert und misshandelt: „Shabihas“, die Schergen von Machthaber Präsident Baschar al-Assad. Einige von ihnen gelangen offenbar als Flüchtlinge nach Deutschland. Wo sie syrische Assad-Gegner ausspionieren und unter Druck setzen und so den syrischen Terror nach Deutschland verlagern. Antonia Rados, Reporterin der Mediengruppen RTL, begab sich erfolgreich auf ihre Spur.
Von den Flüchtlingen, die Berlins zentrales Flüchltingsamt Lageso in der Turmstraße 21 in Moabit erreichen, kommen 60 Prozent aus Syrien. Dort haben nicht alle gelitten. Einige haben Menschen gefoltert und umgebracht. In Syrien nennt man diese Männer Shabihas. Anders aber als die Kämpfer des Islamischen Staates IS stehen Shabihas auf keiner schwarzen Liste der deutschen Behörden, wenn sie getarnt als Flüchtlinge kommen.
https://youtu.be/oAI1ZKtk5_c
Diese brutale Mörderbande arbeitet und handelt für das Assad-Regime. Selbstsicher posteten sie von sich Fotos auf Facebook-Seiten.

Antonia Rados erklärte vor wenigen Tagen in Berlin: „Nach unseren Informationen sind in den vergangenen Monaten auch Shabihas nach Deutschland gekommen. Sie haben sich hier als Opfer ausgegeben. Und sie haben politisches Asyl angesucht. Einige von ihnen bekommen auch finanzielle Unterstützung.“
Shabihas bringen zahlreiche Gefahren mit. Sie könnten ihren blutigen Krieg weiterführen in Deutschland.
Antonia Rados besuchte mehrere von ihnen. Konfrontiert mit Folter- und Mordvorwurfen stritten sie ab, persönlich gefoltert und gemordet zu haben. Doch sie wurden von Angehörigen ihrer Opfer erkannt und ausfindig gemacht und müssen sich nun selbst vor Vergeltungsakten schützen und verstecken.
Das Motiv mancher von ihnen, nach Deutschland zu kommen, könnte laut Antonia Rados gewesen sein, dass sie sich von Assad nicht mehr ausreichend geschützt fühlten, nachdem ihre Greueltaten bekannt geworden sind.

Dazu zählten Folterungen und Massenexekutionen im berüchtigten Krankenhaus 609 in Damaskus. Aufnahmen von Folteropfern von dort gelangten mit einem abgesprungenen Militärfotografen in den Westen. Die Bilder werden als Beweise für einen möglichen Kriegsverbrecherprozess gegen Präsident Assad verwendet werden.

Einer der aufgespürten Shabihas lebt in Belzig, einer Kleinstadt westlich von Berlin im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Seit Beginn des syrischen Krieges vor vier Jahren soll er Menschen verfolgt und getötet haben, bevor er nach Deutschland floh. Rados: „Nach unseren Informationen hat der Mann einen Asylantrag gestellt, der eigentlich für Opfer gedacht ist. Die Mühe, sich einen falschen Namen oder falsche Papiere zuzulegen, machte sich der angebliche Shabiha gar nicht.“
Er nennt sich weiter Avo Abu…. Erste Hinweise auf ihn kamen von oppositionellen Studenten aus Syrien, die von Shabihas gefoltert wurden. Seit Monaten knackten sie Facebookseiten von Shabihas, um mehr zu erfahren über diese Männer. Avos Facebook ist dabei typisch für einen Shabiha. Ständig protzt er darin mit Waffen.
Auf Handyfilmen, die im Internet wie Trophäen kursieren, sieht man, wie die Shabihas die syrische Bevölkerung mit allen Mitteln terrorisieren. Opfer haben beinahe noch Glück, wenn sie nur ausgeraubt werden. Mit dem erbeuteten Geld finanzierten die Mördertruppen ihre Flucht. Wie Avo machten sich viele im vergangenen Sommer auf den Weg in Richtung Türkei. Über die Balkanroute kamen sie unbehelligt nach Deutschland.

Da, am 27. Oktober 2015, vesuchte Avo Abu … eine falsche Spur zu legen. Er postete, er sei in Stuttgart. In Wahrheit hatte er in Belzig bei Berlin sein Quartier. Mit ihm waren dort Hunderte Flüchtlinge untergebracht. N-TV besuchte ihn dort. Der 28-Jährige gab sich nach etlichem Suchen der Reporterin zu erkennen. Er wies alle Vorwürfe, er hätte Menschen missbraucht, zurück. Sein einziges Vergehen, sei, meinte er, er sei Christ. Daher würden ihn andere Syrer beschuldigen. Ein Wachmann brachte Avo schnell zurück in sein Zimmer. Hier in Belzig wird jeder Flüchtling behandelt wie ein Kriegsopfer. Inzwischen wurde Avos Asylantrag bewilligt. Die überlasteten deutschen Behörden wissen nichts von seiner angeblich dunklen Vergangenheit.

Syrische Flüchtlinge, die gelitten haben unter den Regimeschergen, fühlen sich durch die Gegenwart der Shabihas, übersetzt Geister, bedroht. Sie glauben, Shabihas werden auch in Deutschland nicht ruhen. „Natürlich haben Syrer noch Angst vor ihnen“, sagt ein syrischer Flüchtling namens Achmad in Deutschland. „Viele von uns haben in Syrien noch Familie. Wir fürchten, die gehen zu unseren Familien und sagen denen, wir hier in Deutschland müssten zurückkehren. Oder es ist denkbar, dass sie uns hier in Deutschland versuchen zu zwingen, für sie zu arbeiten.“
Es wäre nicht das erste Mal, dass Assad seine Schlägertypen in Deutschland einsetzt. Direkt zur syrischen Botschaft in der Rauchstraße 25 in Berlin Tiergarten führte vor einigen Jahren die Spur eines Überfalls auf einen syrischen Oppostionellen. Der Grünen-Politiker Ferhad Ahma wurde 2011 in seiner Wohnung von syrischen Agenten krankenhausreif geschlagen. Ahma: „Es kam zu einem Gerichtsverfahren, an dessen Ende zwei Agenten des syrischen Regimes hier in Deutschland verurteilt wurden. Ich gehe davon aus, dass einer von ihnen noch immer in Haft ist. Und vier Diplomaten der syrischen Botschaft als Agenten des Assad-Regimes eingestuft wurden und deswegen Deutschland verlassen mussten.“
Assad-Gegner gehen davon aus, dass Shabihas Assads Krieg nach Deutschland bringen würden. Neben dem Terror des Islamischen Staates.

Der Berliner Grünen-Politiker Ahma: „Ich glaube, es ist halt selbstverständlich, dass die beiden Akteure, die terroristische Organisation und das terroristische Regime, dass beide jede Möglichkeit nutzen würden, damit sie ihre Politik fortsetzen und ihre eigenen Leute einschleusen können. Und die Flüchtlingswelle bietet die Chance, dass man es hier und da versucht.“
Der IS schleust Anhänger nach Deutschland, um den Terror hierher zu bringen. Dieselben Methoden verwendet das Assad-Regime, um syrische Oppostionelle hier zu bespitzeln.

Unter den Shabihas befinden sich auch besonders gefährliche Berufs-Kriminelle, die wegen ihrer Taten schon im Gefängnis saßen. Assad ließ sie bei Kriegsbeginn unter der Bedingung frei, sie müssten sich den Shabihas anschließen.


