Reportage
SPD: Förderjobs für Hartz-IVer, Strafe für Firmen ohne Azubi

Am morgigen Samstag (15. Oktober 2016) verhandeln die Arbeitsmarktexperten der Berliner SPD, Linken und Grünen über ein großes Job-Paket für Langzeitarbeitslose, das die SPD ausgearbeitet hat und der B.Z. vorliegt. Von den 175.344 Langzeitarbeitslosen in Berlin sind 140.160 Hartz-IV-Empfänger. Wer von den Langzeitarbeitslosen keine Chance mehr auf dem regulären Arbeitsmarkt hat, soll künftig öffentlich geförderte Jobs bekommen.
Dazu zählen etwa der Begleitservice im öffentlichen Nahverkehr, Integrationslotsen, Hausmeisterassistenten sowie Jobs im Kulturbereich.
Um die Langzeitarbeitslosen künftig besser beraten zu können, bekommen die Jobcenter mehr Personal und verlieren ihre bisherige Bezirkshoheit. Sie sollen zu einem zentralen Jobcenter mit 12 Filialen zusammengelegt werden. Sollte es zu einem Streit zwischen einem Langzeitarbeitslosen und dem Jobcenter geben, soll künftig ein Ombudsman den Streit schnellstmöglich schlichten.
Ein weiterer Job-Motor für Berlin sollen Ausbildungsplätze sein. Laut der SPD-Vorlage sollen künftige Betriebe finanziell bestraft werden, die nicht ausbilden oder deren Ausbildungsquote zurückgeht. Dann sollen sie an den Gesamtaufwendungen für Ausbildung in Berlin beteiligt werden. Angefangen werde in der Altenpflege.
Wie B.Z.-Redakteur Lars Petersen heute schreibt, würden Grüne und Linke die Ideen unterstützen. Aber es hagelt Kritik vor allem an den Strafzahlungen von der IHK. IHK-Bildungsgeschäftsführer Thilo Pahl (46): „Diese Forderung zeugt von Unkenntnis über den Berliner Ausbildungsmarkt. Viele Unternehmen würden gerne ausbilden, es mangelt aber an Bewerbern.“


