Reportage
SEK stürmt Moschee in Moabit mit Blendgranaten
Schwer bewaffnete SEK-Beamte haben eine Moschee in Berlin-Moabit gestürmt. Dabei setzten sie auch Blendgranaten ein und sprengten eine Tür auf. Der Moschee-Verein Fussilet 33 e.V. gilt als Islamisten-Treffpunkt.
Am Donnerstagmorgen stürmten schwer bewaffnete SEK-Beamte neben verschiedenen Wohnungen auch eine Moschee in der Perleberger Straße in Moabit gestürmt. Dabei setzten sie auch Blendgranaten ein und sprengten eine Tür auf. Anwohner wollen bei dem Einsatz mehrere Schüssen gehört haben, was Ermittler jedoch dementieren.
Der Terrorverdächtige Anis Amri wurde offenbar Montagnacht wenige Stunden nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt vor einer Berliner Moschee im Stadtteil Moabit gefilmt. Bereits wenige Tage vor dem Attentat in den Nächten vom 14. und 15. Dezember hielt er sich dort auf. Dies zeigen Überwachungsbilder, die dem rbb vorliegen.
EIL: Anis Amri nach Attentat auf #Breitscheidplatz Dienstag früh in Moabit gesichtet. @rbbabendschau liegen Überwachungsaufnahmen vor. pic.twitter.com/SPmdidRiPM
— rbb|24 (@rbb24) December 22, 2016
Der Moschee-Verein Fussilet 33 e.V. mit Sitz in der Reinickendorfer Straße 30 in Berlin Gesundbrunnen gilt beim Verfassungsschutz als Islamisten-Treffpunkt. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei schon einmal die Räume in der Perleberger Straße gestürmt. Sie vermutete, dass dort Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden war.
Zudem ergaben die Ermittlungen, dass dort Kämpfer für die Gruppe „Junud Al-Sham“ rekrutiert worden waren. Vor allem Islamisten aus der Kaukasusrepublik Dagestan treffen sich in der Moschee. Der Salafist Ismet D., den alle den „Emir“ nannten, und sein mutmaßlicher Komplize Emin F. wurden zu Haftstrafen verurteilt.
UPDATE: Am Freitagmorgen ist die Berliner Polizei erneut zu einem Einsatz beim Moschee-Verein Fussilet 33 e.V. ausgerückt. Mehrere Männer wurden zu einem Taxi geleitet, von einer Festnahme war nicht die Rede. Die Polizei verwies auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, welche die Ermittlungen nach dem Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche mit mindestens zwölf Toten übernommen hat.
UPDATE 2: Bei der Person auf den vom rbb verbreiteten Überwachungsbildern handelt es sich offenbar doch nicht um Anis Amri. Das sagte laut Welt der Chef des Landeskriminalamts, Christian Steiof, in einer Sitzung des Berliner Innenausschusses. Nach Aussagen der Polizeibeamten, die Anis Amri kennen oder observiert haben, „ist die Person auf diesen veröffentlichten Bildern nicht Anis Amri“.



