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Reportage

Wagenknecht, Seehofer, Gabriel, Tauber, Petry zum Trump-Sieg

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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Sahra Wagenknecht Trump-Sieg
Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist nicht wirklich überrascht über den Sieg von Donald Trump. Denn Hillary Clinton war die Kandidatin des Establishments und des „Weiter so“. (Screenshot: YouTube)

Die meisten deutschen Politiker geben sich schockiert über den Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl, aber längst nicht alle. Lesen die Kommentare von Peter Tauber (CDU), Horst Seehofer (CSU), Sigmar Gabriel (SPD), Sahra Wagenknecht (LINKE) und Frauke Petry (AfD).

Sahra Wagenknecht Trump-Sieg
Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist nicht wirklich überrascht über den Sieg von Donald Trump. Denn Hillary Clinton war die Kandidatin des Establishments und des „Weiter so“. (Screenshot: YouTube)

Das sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber zum Trump-Sieg:

Vor dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten liegen große Aufgaben, insbesondere wenn es darum geht, das Land wieder zusammenzuführen. Dafür wünschen wir Donald Trump viel Erfolg. Das Verhältnis von Deutschland und den USA ist für uns Christdemokraten etwas ganz Besonderes. Wir setzen darauf, dass wir auch weiterhin als Partner und Freunde eng zusammenarbeiten werden.

Das sagt CSU-Chef Horst Seehofer:

Die Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika haben entschieden und Donald Trump gewählt. Sie haben ihm damit ihr Vertrauen ausgesprochen. Ich gratuliere Donald Trump zu diesem Wahlerfolg.

In einer Welt der Herausforderungen, der Unordnung und der Bedrohungen durch Klimawandel, globale Fluchtbewegungen, kriegerische Auseinandersetzungen und islamistischem Terrorismus bedeutet dieses Vertrauen für das Amt des amerikanischen Präsidenten nicht nur Verantwortung für die Vereinigten Staaten, sondern für die ganze Weltgemeinschaft. Für die schwierigen Aufgaben, die jetzt vor Donald Trump liegen, wünsche ich politische Weitsicht, Mut zum Ausgleich, eine glückliche Hand und Gottes Segen.

Das sagt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD):

Eine der schmutzigsten und unwürdigsten Wahlkämpfe der Geschichte ist zu Ende. Ich habe mir ein anderes Ergebnis gewünscht, aber Demokrat sein bedeutet, dass man den Willen des Volkes respektiert. Donald #Trump wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein.

Wünschen wir uns, dass sich die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft, die er im Wahlkampf forciert hat, nicht weiter vertieft. Wir Europäer müssen nach vorn schauen und uns selbstbewusst auf die neue Lage einstellen. Sicherheit und Frieden werden in Zukunft viel stärker von uns selbst abhängen als von den USA. Setzen wir auf eigene Stärken und bewerten wir Trump ab sofort nach seinen Taten und nicht nach seinen Sprüchen. Trump hat seine Chance vom Volk bekommen.

Das sagt Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht:

Trump gewinnt in den USA – und auch bei uns ist das Entsetzen in den etablierten Parteien riesengroß. Um ehrlich zu sein: Allzu sehr überrascht mich dieses Ergebnis nicht. In den USA liegen die mittleren Löhne heute unter dem Niveau von vor 40 Jahren, das Wachstum landet seit Jahrzehnten in den Taschen der oberen Zehntausend, während immer mehr Menschen abgehängt werden. Dass die Menschen sich in dieser Situation nach Veränderung sehnen, ist mehr als nur verständlich.

Die Demokraten hätten den Unzufriedenen mit Bernie Sanders ein Angebot für eine soziale und friedliche Alternative machen können. Sehr wahrscheinlich hätten sie damit einen Präsidenten Trump verhindert. Clinton dagegen war die Kandidatin des Establishments und des „Weiter so“, die die Unzufriedenen und Enttäuschten natürlich nicht erreicht hat.

Das Ergebnis der US-Wahl sollte insbesondere der SPD zu denken geben. Ich für meinen Teil werde alles dafür tun, dass wir als Linke im nächsten Jahr ein Programm anbieten, das konsequent sozial ist und kämpferisch Druck macht, für Alternativen zum herrschenden Wahnsinn der etablierten Politik.

Das sagt AfD-Chefin Frauke Petry:

Es wird höchste Zeit, dass auch in den Vereinigten Staaten von Amerika das vom politischen Establishment entmündigte Volk seine Stimme zurückerhält. Während 93% der Wähler am Regierungssitz in Washington DC die Kandidatin Clinton und damit den Erhalt ihrer eigenen Machtstrukturen gewählt haben, will die Mehrheit des amerikanischen Volkes landesweit den politischen Neuanfang, eine wirtschaftliche Erholung für die gebeutelte Mittelschicht und ein Ende der Spaltung des immer noch mächtigsten Landes der Welt.

Dieses Wahlergebnis macht Mut für Deutschland und Europa, denn Trump hat tatsächlich die Karten zur politischen Zeitenwende in der Hand. Ich gratuliere Donald Trump zu seinem Wahlsieg und zu dieser historischen Chance. Diese müssen wir gemeinsam nutzen, um das transatlantische Verhältnis neu zu justieren und die großen Konflikte in der Ukraine und in Syrien im Einvernehmen mit Russland zu beenden.

Es ist unsere Aufgabe, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf beiden Seiten des Atlantiks zu bewahren, und wo nötig, wiederherzustellen und hegemoniale Ansprüche Amerikas in Europa durch eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu ersetzen.

So wie die Amerikaner den Demoskopen der Leitmedien nicht geglaubt haben, müssen auch in Deutschland die Bürger den Mut haben, ihr Kreuz in der Wahlkabine selbst zu machen und nicht resigniert zu Hause zu bleiben. Ihre eigene Meinung zählt, auch wenn die politische Korrektheit den verordneten Konsens zur neuen Doktrin zu erheben scheint.

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