Reportage
Saudis stoppen Fußballspiel, entfernen Irokesenschnitt
Die saudischen Behörden haben am Freitag ein Fußballspiel unterbrochen, weil ein Spieler einen „unislamischen“ Irokesenschnitt trug. Die Haare mussten umgehend abgeschnitten werden.

Anfang des Jahres hat Saudi-Arabien 47 Menschen an einem Tag hingerichtet. Einige von ihnen waren verurteilte Terroristen, andere waren einfach politische Aktivisten.
Dies hält jedoch die westlichen Staaten nicht von ihren engen politischen Verbindungen mit dem Königreich ab.
So hat gerade Frankreichs Präsident Francois Hollande den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Najef in die Ehrenlegion aufgenommen. Der Kronprinz erhielt diese höchste französische Ehrung für seine „Verdienste im Kampf gegen den Terrorismus“. Und Deutschland zeigt weiterhin keine Hemmungen, Saudi-Arabien Waffen zu liefern.
Irokesenschnitt muss ab
Nun haben die Saudis auch auf dem Gebiet des Sports gezeigt, dass es für sie in Fragen der Religion keine Toleranz gibt. Laut Daily Sabah haben die Behörden am Freitag ein Fußballspiel unterbrochen. Einem Spieler mussten die Haare geschnitten werden. Denn seine Frisur, ein kleiner Irokesenschnitt, war „unislamisch“.
Ein Video zeigt, wie zwei Schiedsrichter mithilfe von Scheren den „unislamischen“ Irokesenschnitt des Spielers entfernen, bevor dieser das Spielfeld betreten darf. Grundlage der Entscheidung war offenbar eine Richtlinie des saudischen Fußballverbands.
Zuvor hatte am Dienstag der Chef der saudischen Jungendorganisation den Sportverband und das olympischen Komitee aufgefordert, die exzentrischen Frisuren von Sportlern zu verbieten.
Solche Frisuren seien gegen den Islam und gegen saudische Traditionen, hieß es am Freitag in einem Kommentar in der Zeitung Al-Jazirah. Der Fußballverband wurde auch hier aufgefordert, Sanktionen zu verhängen. Denn die Fans würden diese Frisuren in den Schulen imitieren.
In Saudi-Arabien spielen viele ausländischen Fußballer, von denen nun auch noch einige weitere ihre Frisuren überarbeiten müssen. Das Land hat den Wahhabismus als Staatsreligion, eine besonders rückständige Form des Islam. Er treibt den Hass und inspiriert auch den Islamischen Staat zu seinen Terroranschlägen.


