Reportage
Saudi-Arabien plant 52 Hinrichtungen an einem Tag

Saudi-Arabien plant, an nur einem Tag 52 Gefangene hinzurichten. Unter den zum Tode Verurteilten sind auch mehrere Jugendliche, die bei Protesten festgenommen worden waren. „Geständnisse“ erreichten die Behörden mithilfe von Folter. Zu den Hinrichtungsmethoden gehört die Enthauptung.
Mehrere saudi-arabische Medien haben diese Wochen berichtet, dass nach offiziellen Angaben demnächst 52 Gefangene hingerichtet werden sollen. Alle Gefangenen sind durch das geheime Spezialstrafgericht zum Tode verurteilt worden. Sie sollen zeitgleich in neun verschiedenen Städten des Königreichs hingerichtet werden.
Unter den Verurteilten sind auch sechs Jugendliche, die bei Protesten in der östlichen Provinz des Landes festgenommen worden waren. Mindestens drei der Jugendlichen wurden gefoltert, bevor sie ihre angeblichen Taten „gestanden“.
Saudi-Arabien exekutiert Jugendliche
Die Jugendlichen befinden sich derzeit in Isolationshaft und warten auf ihre Exekution. Abdullah al-Zaher war erst 15 Jahre alt, als er festgenommen wurde. Kürzlich wurde er in ein Gefängnis verlegt, das 1.000 Kilometer von seinen Eltern entfernt ist, die ihn nun nicht mehr besuchen können.
Zu den geplanten Hinrichtungen sagt Kate Higham von der Organisation Reprieve: „Diese Pläne sind höchst alarmierend und sollten eine sofortige Abscheu und Verurteilung durch Saudi-Arabiens Verbündete nach sich ziehen. […] Die USA, Großbritannien und andere müssen dringend einschreiten…“
Seit der neue König Salman ibn Abd al-Aziz im Januar dieses Jahr an die Macht kam, hat er schon mindestens 151 Menschen hinrichten lassen, berichtete BBC. So viele Menschen hat das Land seit 20 Jahren nicht mehr hingerichtet. Salmans Vorgänger König Abdullah hatte während des gesamten Jahres 2014 lediglich 90 Menschen exekutieren lassen.
Saudi-Arabien exekutiert Ehebrecher, Ungläubige und „Hexen“
Saudi-Arabien plant auch, den palästinischen Dichter Ashraf Fayadh hinzurichten. Sein „Verbrechen“ besteht darin, dass er den Islam abgelegt hat. Untersuchungen der Organisation Reprieve zeigen, dass 72 Prozent der zum Tode Verurteilten wegen nicht-gewalttätiger Vergehen hingerichtet werden, darunter Drogenvergehen, das Ablegen des Islams und politische Proteste.
Aber auch Vergehen wie Ehebruch, Gotteslästerung und Hexerei können in Saudi-Arabien mit dem Tod bestraft werden. Zu den Hinrichtungsmethoden zählen die Enthauptung, Erschießungskommandos sowie Steinigungen. Mitunter werden die Körperteile nach der Enthauptung öffentlich ausgestellt.


