Berlin Journal

Magazin · Berlin

Reportage

Salman Abedi war Teil eines Terrornetzwerks

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

Teilen: X · E-Mail

Salman Abedi
Salman Abedi soll Teil eines größeren Terrornetzwerks sein. (Foto: Financial Times)

Die Polizei in Manchester geht davon aus, dass der Libyer Salman Abedi Teil eines größeren Terrornetzwerks war, das Verbindung nach Syrien oder Libyen hat. Bis zu 3.800 Soldaten wurden der Polizei unterstellt.

Salman Abedi soll Teil eines größeren Terrornetzwerks sein. (Foto: Financial Times)
Salman Abedi soll Teil eines größeren Terrornetzwerks sein. (Foto: Financial Times)

Am Montagabend hatte der Libyer Salman Abedi nach einem Konzert der Sängerin Ariana Grande in Manchester eine Rucksackbombe gezündet. Damit tötete er mindestens 22 Personen, darunter auch mehrere Kinder. Der 23-jährige Libyer ist in Manchester aufgewachsen.

Die britische Regierung hat die Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe erhöht. Es ist erst das dritte Mal, dass so etwas vorkommt. Der Polizeichef von Manchester Ian Hopkins sagte, es sei „sehr klar“, dass Salman Abedi nur Teil eines Netzwerks war.

Laut Frankreichs Innenminister Gerard Collomb hatte Paris den britischen Behörden mitgeteilt, dass Salman Abedi für den Terroranschlag verantwortlich ist. Zuvor war er nach Libyen und „dann wahrscheinlich auch Syrien“ gereist, zitiert die Financial Times den Minister.

Nach Ansicht der Ermittler ist dies ein Anzeichen dafür, dass der Libyer direkte Unterstützung vom Islamischen Staat erhalten hat. Die in Syrien beheimatete Terrorgruppe hat den Anschlag von Manchester für sich beansprucht.

Die britische Heimatministerin Amber Rudd sagte, die Behörden vermuteten auch wegen der Komplexität des Anschlags ein größeres Netzwerk. Die Explosion vor der Konzerthalle in Manchester sei „anspruchsvoller“ gewesen als einige der früheren Angriffe.

Vier Männer sind im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu dem Anschlag verhaftet worden. Auch Hashem Abedi, der jüngere Bruder des Attentäters, wurde offenbar in der libyschen Hauptstadt Tripolis wegen mutmaßlicher Verbindungen zum IS festgenommen.

Am Mittwoch teilten die Gesundheitsbehörden von Manchester mit, dass noch immer 64 Menschen wegen ihrer Verletzungen durch den Terroranschlag in Behandlung seien. Davon seien 20 in einem kritischen Zustand.

Insgesamt habe man 119 Menschen in den Krankenhäusern der Stadt behandelt. Der Polizeichef Ian Hopkins sagte, dass unter den 22 Todesopfern auch eine Polizeibeamte war.

Die Regierung hat die Terrorwarnstufe auf die höchste von fünf Stufen erhöht. Diese Stufe „kritisch“ bedeutet, dass basierend auf konkreten Informationen unmittelbar weitere Angriffe drohen. Derzeit sind Soldaten im Einsatz, um die Polizei zu unterstützen.

Vor allem vor Regierungsgebäuden gab es eine starke Militärpräsenz. Unter der laufenden „Operation Temperer“ stehen bis zu 3.800 Soldaten unter dem Kommando der Polizei, sagte Heimatministerin Amber Rudd.

Zudem zeigte sich die Ministerin „irritiert“, dass die US-Sicherheitsbehörden die Identität des Attentäters herausgegeben hatten. Dies könnte die Ermittlungen behindern. Sie überprüfe daher den Austausch von Geheimdienstinformationen mit den USA.

Comments

comments

Berlin · Großbritannien · Islamischer Staat · Manchester · Salman Abedi · Terrorismus

Weiterlesen

Alle Beiträge →

Newsletter

Berlin und die Wirtschaft in einem Brief

Die wichtigsten Geschichten aus Berlin, Deutschland und der Wirtschaftswelt — kompakt im Postfach.

Jederzeit abbestellbar. Kein Spam.