Reportage
Rot-Rot-Grün will Männer stärker diskriminieren
Die landeseigenen Betriebe sollen nach Plänen von Rot-Rot-Grün jede zweite Lehrstelle in den technischen Berufen zuerst an Frauen vergeben, selbst wenn Männer besser geeignet sind. Für schwule Männer gibt es ein Trostpflaster.

SPD, Grüne und Linkspartei traten am Samstag nach dreistündigen Koalitionsverhandlungen gemeinsam an die Öffentlichkeit. Laut ihren Plänen sollen künftig in der Verwaltung und in den landeseigenen Unternehmen bei Ausbildungsplätzen in den technischen Bereichen gezielt Frauen bevorzugt werden.
Jede zweite Lehrstelle in den technischen Berufen muss demnach an einen weiblichen Bewerber vergeben werden. Ein Teil der landeseigenen Betriebe habe eine derartige Regelung bereits, aber nicht alle, zitiert die Berliner Morgenpost die Linken-Politikerin Anne Helm.
Zudem wird der künftige Berliner Senat eine Initiative der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg unterstützen, wo bereits seit einem Jahr ein Verbot „sexistischer Werbung“ gilt. Nun soll auch im Rest der Stadt „sexistische Werbung“ auf landeseigenen Werbeflächen verboten werden.
Rot-Rot-Grün plant Vorstoß zur Homo-Ehe
Die Benachteiligung bei den landeseigenen Lehrstellen gilt auch für schwule Männer. Doch den Homosexuellen verspricht Rot-Rot-Grün immerhin einen weiteren Vorstoß zur Homo-Ehe. Laut der SPD-Bundestagsabgeordneten Eva Högl plant die neue Berliner Landesregierung eine Bundesratsinitiative für die Zeit nach der Bundestagswahl 2017.
Bei der letzten Abstimmung über die Homo-Ehe im Bundesrat hatte Berlin sich noch enthalten. Denn die CDU war dagegen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach damals seinem Koalitionspartner das Etikett einer liberalen Großstadtpartei und damit die Regierungsfähigkeit in Berlin ab.
Rot-Rot-Grün in Berlin setzt bei der Themensetzung genau jene Prioritäten, die EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) am Mittwoch bei einer Rede vor Unternehmern in Hamburg kritisiert hat. Seiner Ansicht steht Deutschland vor drängenderen Problemen als der „Pflicht-Homo-Ehe“, sagt er halb im Scherz. Der Shitstorm blieb nicht aus.


