Reportage
Skandal: Rechter Rapper war bei Kiss FM zu Gast
Der Berliner Radiosender Kiss FM hatte am Sonntag den rechten Rapper Makss Damage zu Gast und war freundlich zu ihm. Es folgte ein Shitstorm in Netz und Presse. Nun musste sich Kiss FM von „jeglichem rechten Gedankengut“ distanzieren.

Julian Fritsch alias Makss Damage (28) ist ein ganz besonderer Rapper. Denn er ist nicht nur politisch unkorrekt und provokant, sondern außerdem politisch rechts. Derzeit sorgt er für Aufsehen, weil er am Sonntag beim Berliner Radiosender 98,8 Kiss FM als Gast eingeladen worden war.
Seitdem steht der Radiosender in der Kritik und hat daher auch die Aufzeichnung der Sendung mit Makss Damage aus dem Netz genommen. Dem Sender wird auf dessen Facebook-Seite vorgeworfen, dass er den rechten Rapper freundlich behandelt hat. Hier ist noch einmal die ganze Sendung zum Anhören.
Kiss FM veröffentlicht Statement zu Makss Damage
Wegen der anhaltenden und massiven Kritik sah sich Kiss-FM-Programmdirektor York Strempel schließlich zu einem Statement gezwungen. Am Mittwoch veröffentlichte er auf der Webseite des Senders eine Gegendarstellung. Darin heißt es:
„Jeder von Euch, der 98.8 KISS FM kennt und hört, weiß, dass wir jegliches rechtes Gedankengut ablehnen, verurteilen und abscheulich finden. Dennoch hat die letzte facetalk Sendung mit Lukas und Toyah bei Euch viele kritische, emotionale und vor allem negative Reaktionen ausgelöst. Grund: Ein Interview mit einem Rapper, der der rechten Neonazi-Szene zuzuordnen ist.“
„Für viele von Euch ist das ein absolutes No-Go, dass wir diesem Rapper eine Plattform gegeben haben, und Ihr stellt uns zu Recht die Frage, warum wir das gemacht haben.“
„Uns als multikultureller und integrativer Jugendradiosender der Hauptstadt ist es sehr wichtig, harte & emotional aufreibende Themen nicht auszulassen, zu verfluchen oder auch zu ignorieren. Wir als KISS FM Team sehen es als unsere Pflicht, solche Themen anzupacken und darüber zu reden sowie intensiv zu diskutieren.“
„In der Sendung am letzten Sonntag haben wir neben besagtem Rapper auch den jüdischen Schriftsteller Shahak Shapira und den Imam Dr. Ali Özgür Özdil im Gespräch. Und auch Dr. Ali Özgür Özdil war der Meinung, dass es Sinn macht, sich mit wirklich allen Seiten auseinanderzusetzen.“
„Wir von 98.8 KISS FM werden die ausgesprochene Kritik natürlich annehmen und in unserem Team darüber reden und diskutieren, wie wir in Zukunft mit solchen Themen umgehen werden.“
Für Makss Damage ist der ganze Skandal vor allem eine gelungene Werbeaktion. So klingt rechte Rap-Musik:


