Reportage
Razzia wegen Drogenhandels bei Ex-Grünen-Politiker
Der frühere Berliner Grünen-Politiker Boris Jarosch soll seit Jahren im Darknet synthetische Drogen verkauft haben, darunter etwa 34.200 Ecstasy-Tabletten. Doch nun haben ihn die Behörden offenbar erwischt.

Am Dienstagmorgen gegen 10 Uhr stürmten vermummte Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) eine Wohnung in der Kopernikusstraße in Berlin-Friedrichshain. Denn dort wohnt der frühere Grünen-Politiker Boris Jarosch, dem die Behörden unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln (Aktenzeichen 254 JS 118) vorwerfen.
Seit Oktober 2013 soll der 40-Jährigen anonym im Darknet synthetische Drogen verkauft haben. Konkret werden ihm mehr als 6.500 Einzelverkäufe vorgeworfen, darunter etwa 34.200 Ecstasy-Tabletten, berichtet die B.Z. Mehr als 45.000 Drogenportionen soll er dabei gewinnbringend verkauft haben.
Der frühere Grünen-Politiker soll Ecstasy, LSD und so genannte 2C-B-Kapseln verkauftund in Musik-CDs versendet haben. Noch vor ein paar Jahren war Boris Jarosch Bezirksgruppenvorstand der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg, später sogar Vorstandssprecher der Grünen.
Gegen Boris Jarosch lag ein Haftbefehl vor, er lies sich widerstandslos festnehmen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Beamte des Bundeskriminalamtes waren bei Ermittlungen im Darknet auf den Ex-Politiker gestoßen. Die Festnahme erfolgte im Rahmen von Ermittlungen der Berliner und Oldenburger Kriminalbehörden.
Im Darknet können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Der Zugang ist über die Anonymisierungssoftware Tor möglich. Der Fall Boris Jarosch erinnert an den Grünen-Politiker Volker Beck, der Anfang März 2016 in Schöneberg mit der Modedroge Crystal Meth erwischt wurde. Das Verfahren gegen ihn wurde nach Zahlung von 7.000 Euro eingestellt.


