Reportage
Männer schneiden Priester in Frankreich die Kehle durch
Zwei Männer haben in einer Kirche in Nordfrankreich mehrere Geiseln genommen und dem Priester Jacques Hamel (84) die Kehle durchgeschnitten. Sie wurden von der Polizei erschossen. Der Islamische Staat hat sich zu der Terrortat bekannt.

Zwei Männer haben am Dienstagmorgen im nordfranzösischen Saint-Etienne-du-Rouvray einen Gottesdienst angegriffen. Dem Priester schnitten sie die Kehle durch, bevor sie von der Polizei erschossen werden konnten.
Jacques Hamel (84), der Priester der Gemeinde von Saint-Etienne-du-Rouvray, ist tot. Drei weitere Gemeindemitglieder wurden verletzt, eins von ihnen schwebt noch zwischen Leben und Tod, zitiert Le Figaro Angaben des Innenministeriums.
Mit Messern bewaffnet waren die beiden Attentäter durch den Hintereingang in die Kirche eingedrungen, wo gerade ein Gottesdienst gefeiert wurde. Sie brachten den Pfarrer, zwei Ordensschwestern und zwei weitere Frauen in ihre Gewalt.
Frankreichs Präsident Francois Hollande und Innenminister Bernard Cazeneuve reisten unverzüglich an den Tatort und ließen sich über den Stand der Ermittlungen informieren. Hollande bezeichnete den Überfall als feige Mordtat zweier Terroristen.
Le président @fhollande sur place avec @BCazeneuve pic.twitter.com/jmOL4loXpC
— frederic veille (@fredveille) July 26, 2016
IS bekennt sich zum Anschlag auf Jacques Hamel
Der Islamische Staat hat sich kurz nach dem Terroranschlag über die Nachrichtenagentur Amak zu dem Anschlag bekannt. Die beiden „Soldaten des Islamischen Staates“ seien mit ihrer Tat dem Aufruf gefolgt, die Länder der „Kreuzzügler-Koalition“ anzugreifen.
Einer der beiden Terroristen stammt selbst aus Saint-Etienne-du-Rouvray. Er hatte laut einem Bericht des Senders iTele im vergangenen Jahr versucht, nach Syrien in den Dschihad zu ziehen. Er wurde jedoch in der Türkei gestoppt und nach Frankreich zurückgeschafft, wo er fast ein Jahr in Untersuchungshaft verbrachte.
Im März dieses Jahres wurde er unter Auflagen freigelassen. Er musste offenbar eine elektronische Fussfessel tragen und durfte seine Wohnung nur am Vormittag und nur für jeweils drei Stunden verlassen. Doch das reichte für den Mord an Priester Jacques Hamel.
Am 14. Juli hatte ein muslimischer Terrorist in Nizza 84 Menschen getötet. Er hatte einen Lastwagen in die Menschenmenge gefahren, die dort ein Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag angesehen hatte.


