Reportage
Unbekannter stiehlt Polizist Rucksack mit Dienstwaffe
Der Berliner Polizist befand sich auf dem Dienstweg. Doch entgegen den Vorschriften transportierte er seine Dienstwaffe samt Munition im Rucksack. In der Nähe des S-Bahnhofes Grunewald wurde der Rucksack gestohlen.

Am Freitag ist einem Berliner Polizisten in der Nähe des S-Bahnhofes Grunewald die Dienstwaffe samt Munition gestohlen worden. Der Angestellte der Direktion Einsatz, die vor einem Jahr für Großeinsätze und den Objektschutz gegründet wurde, war gerade auf dem Dienstweg.
Der Mann transportierte seine Waffe nach ersten Erkenntnissen im Rucksack. Dieser wurde ihm während eines Toilettengangs gestohlen. Wie genau sich der Vorfall abspielte, sei jetzt Gegenstand der Ermittlungen, hieß es von der Polizei. Die Waffe ist noch nicht wieder aufgetaucht.
„Gegen den Kollegen werden disziplinarrechtliche Schritte geprüft“, sagte eine Polizeisprecherin gegenüber der Berliner Morgenpost. Laut Vorschrift hätte der Mann die circa ein Kilogramm schwere Sig Sauer P6 nicht im Rucksack transportieren dürfen, sondern hätte sie am Körper tragen müssen.
In den vergangenen vier Jahren (Stand: März 2016) wurden laut Bundesinnenministerium insgesamt 17.500 Waffen als gestohlen oder „abhandengekommen“ gemeldet. Dabei handelt es sich um Waffen, für die ihre Besitzer einen Waffenschein und eine Waffenbesitzkarte brauchen.
Derzeit sind in Deutschland 5,8 Millionen erlaubnispflichtige Waffen und erlaubnispflichtige „wesentliche Teile“ von Schusswaffen registriert. Im Jahr 2015 wurden von 426 Waffenstraftaten 305 mit erlaubnisfreien Waffen begangen, 22 mit legalen Waffen und 99 mit illegalen Waffen.


