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Reportage

Rückzug der Polizei senkt Kriminalität im Görlitzer Park

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Kriminalität Görlitzer Park
Görlitzer Park (Screenshot: YouTube)

Der Drogenhandel im Görlitzer Park boomt mehr denn je. Denn die Polizei hat sich weitgehend aus dem Park zurückgezogen, und die Dealer sind cleverer geworden. Doch gleichzeitig ist die Zahl der Straftaten massiv zurückgegangen.

Kriminalität Görlitzer Park
Schwarzafrikaner dealen im Görlitzer Park. (Screenshot: YouTube)

Seit 2015 gilt im Görlitzer Park in Berlin Kreuzberg eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber dem Verkauft und Konsum von Drogen. Eigentlich sollen Dealer schon bei geringen Mengen Rauschgift strafrechtlich verfolgt werden. Doch offenbar hat die Polizei mit dieser Strategie keinen Erfolg.

„Zum jetzigen Zeitpunkt sind nach Einführung der Null-Toleranz-Zone weiterhin keine signifikanten, umfassenden und dauerhaften Verdrängungen der Händlerklientel in die angrenzenden Wohnstraßen am Görlitzer Park zu erkennen“, zitiert die B.Z. aus einer internen Lageeinschätzung der Polizei.

Schwarzafrikaner im Görlitzer Park

Nach wie vor ist der Görlitzer Park ein wichtiger Ort für den Drogenhandel. „Die Größenordnung der im Görlitzer Park zu beobachtenden Drogenhändler, fast ausschließlich schwarzafrikanischer Abstammung, und der Drogenerwerber ist nach wie vor als konstant hoch einzustufen“, heißt es in dem Bericht.

Zudem haben sich die Drogendealer auf die möglichen Maßnahmen der Polizei eingestellt, sodass man ihnen kaum noch etwas nachweisen kann. „Der Personenkreis ist mittlerweile verstärkt dazu übergegangen, Bunker im Görlitzer Park so anzulegen, dass diese nicht sofort einem konkreten Händler zugeordnet werden können.“

Weniger Straftaten durch Rückzug der Polizei

Zudem hat sich die Polizei seit Anfang dieses Jahres immer mehr aus dem Görlitzer Park zurückgezogen. Im Januar gab es im Görli noch 6.700 Einsatzkräftestunden, im September nur noch 1.300 Stunden. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt erklärte dies kürzlich so:

„Wenn ich als Polizeichef will, dass in meiner Stadt die Rauschgiftkriminalität sinkt, dann schicke ich die dafür zuständigen Kollegen in die Verkehrskontrolle. Dann verspreche ich Ihnen, dann sinkt die Rauschgiftkriminalität – zumindest statistisch.“

Und tatsächlich hat die Polizei wegen ihres Rückzugs aus dem Görlitzer Park im Zeitraum von Januar bis September dieses Jahres deutlich weniger Körperverletzungen, Drogendelikte, Taschendiebstähle und Raube festgestellt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

  • Rückgang um 61 Prozent auf 28 Körperverletzungen
  • Rückgang um 43 Prozent auf 840 Drogendelikte
  • Rückgang um 50 Prozent auf 192 Taschendiebstähle
  • Rückgang um 45 Prozent auf 29 Raube

Polizei würde gern gegen stärker Drogenhandel vorgehen

Die Polizei weiß natürlich, dass ein Rückzug aus dem Görlitzer Park langfristig nicht hilft. Der Sprecher Gewerkschaft der Polizei (GdP) Benjamin Jendro sagte: „Wir brauchen durchgehend hohe Polizeipräsenz und endlich den nötigen Druck seitens der Justiz, damit der Park der Erholung und nicht dem Drogentourismus dient.“

Neben dem nötigen Druck seitens der Justiz fehlt es auch bei der Politik an der nötigen Distanzierung vom Drogenhandel und Drogenkonsum. Während manche Politiker selbst hemmungslos Drogen konsumierten, planten andere sogar ein Denkmal für afrikanische Drogendealer.

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Thomas Breithaupt

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