Reportage
Mit dem Fahrdienst des Bundestags zur Antifa-Demo
Kein anderer linker Bundestagsabgeordneter nutzt den Fahrdienst des Bundestags so häufig wie Norbert Müller. Gegen die Vorschriften ließ sich der Langzeitstudent im schwarzen Mercedes sogar zu Antifa-Demos nach Potsdam fahren.

Der linke Bundestagsabgeordneten Norbert Müller tritt mit dem Motto „Gerecht, sozial, solidarisch“ auf. Doch dass er das ernst meint, daran zweifelt man nun sogar in seiner eigenen Partei. Denn immer wieder lässt sich der 30-Jährige von einem Chauffeur des Bundestags im Mercedes durch Brandenburg fahren.
Seit 2015 hat Norbert Müller insgesamt 60-mal einen Wagen des Bundestags-Fahrdienstes für Touren durch Brandenburg bestellt. Dabei sind die schwarzen Mercedes-Karossen nur „für Mandats-Fahrten am Sitz des Bundestages“ bestimmt, also für Dienstfahrten in Berlin. Doch er hat diese Regel offenbar ignoriert.
Eigentlich drohen Norbert Müller Konsequenzen seitens des Bundestags. Denn für Fahrten im Wahlkreis erhalten Abgeordnete ja bereits Extra-Geld. Möglicherweise hat sich der Linken-Abgeordnete durch die regelwidrige Nutzung von Bundestagschauffeuren sogar unrechtmäßig bereichert.
Wie die Bild-Zeitung berichtet ließ sich Norbert Müller, der seit elf Jahren Student ist, im Mercedes des Bundestags unter anderem zu folgenden Zielen chauffieren:
- Potsdamer Antifa-Demos
- Kita seiner Kinder
- Abends vom „Beach Berlin“ ins Brandenburger Heim
Die parlamentarische Geschäftsführerin der Linken Petra Sitte ist außer sich. Als die 55-Jährige im Bundestag von Norbert Müllers zahlreichen Dienstwagen-Touren erfahren hatte, blies sie dem jungen Genossen den Marsch.
„Kein anderer Abgeordneter nutzt die Bundestagsautos so oft wie Müller, nicht mal Fraktionschef Dietmar Bartsch. Von einer Partei mit sozialem Anspruch erwartet man, dass wir wie alle Pendler morgens mit dem Zug nach Berlin fahren!“
Bundes-Politiker aller Parteien aus dem Berliner Speckgürtel sind über Norbert Müller entsetzt. Die Potsdamer SPD-Abgeordnete Andrea Wicklein (58) sagte: „Im Wahlkampf sagte Müller noch, dass er alle Termine mit dem Rad absolviert. Seine Glaubwürdigkeit ist damit extrem beschädigt. Er sollte die Konsequenzen ziehen!“


