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Warum der NDR ein rechtes Buch empfahl

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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„Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle hat es auf die NDR-Liste der „Sachbücher des Monats“ geschafft. (Screenshot: YouTube)
„Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle hat es auf die NDR-Liste der „Sachbücher des Monats“ geschafft. (Screenshot: YouTube)

Auf der NDR-Liste der „Sachbücher des Monats“ steht im Juni das Buch „Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle. Darin wirft er unter anderem Angela Merkel eine „Umvolkung“ vor. Inzwischen musste der Verantwortliche die Jury verlassen.

„Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle hat es auf die NDR-Liste der „Sachbücher des Monats“ geschafft. (Screenshot: YouTube)
„Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle hat es auf die NDR-Liste der „Sachbücher des Monats“ geschafft. (Screenshot: YouTube)

Bisher hatte der NDR in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Zeitung jeden Monat eine Liste der zehn „Sachbücher des Monats“ veröffentlicht. Doch nun hat NDR die Zusammenarbeit mit der Jury bis auf Weiteres ausgesetzt. Denn auf Platz 9 der Juni-Liste findet sich das Buch „Finis Germania“ des Politologen und Historikers Rolf Peter Sieferle, der sich im Herbst 2016 das Leben genommen hat.

Mit diesem Buch habe die Jury „eine gravierende Fehlentscheidung getroffen, die für NDR Kultur nicht tragbar ist“, teilte der Sender mit. Denn der Autor äußere in seinem Buch „rechtslastige Verschwörungstheorien, von denen sich die Redaktion entschieden distanziert“. Im Vorwort des Buches wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine „Umvolkung“ und eine „Überwältigung der ethnisch-deutschen Bevölkerung“ vorgeworfen.

Die Rezension des Buches ist von der NDR-Webseite entfernt worden. Und auch die Jury selbst hat sich inzwischen von dem Buch und dem Antaios-Verlag distanziert und bedauert die Nominierung. Laut einem Bericht der FAZ konnte „Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle überhaupt nur auf die Liste gelangen, weil Jurymitglied Johannes Saltzwedel sich für das Buch eingesetzt hatte.

Der 1962 geborene langjährige Spiegel-Redakteur hatte die gesamten ihm zur Verfügung stehenden zwanzig Punkte diesem Buch gegeben. Zwar war dies laut den Statuten zulässig. Doch galt es als üblich und gewünscht, dass die Juroren ihre jeweils zwanzig Punkte auf drei oder vier Bücher verteilen.

Inzwischen ist Johannes Saltzwedel wie vom NDR gefordert als Jurymitglied zurückgetreten. Zudem soll das Abstimmungsverfahren nun dahingehend geändert werden, dass ein einzelner Juror nicht mehr ausreicht, um ein Buch auf die Liste zu bekommen.

Bei Amazon gab es bis zu Sonntag nur sehr gute und gute Rezensionen für „Finis Germania“. Erst am Montag veröffentlichte jemand einen kurzen Verriss: „Die rechte Verirrung eines alten weißen Mannes, der mal ein großer Intellektueller war und jetzt haarscharf am Leugnen des Holocausts vorbeischrammt und posthum ein antisemitisches und nationalistisches Pamphlet hinterlässt.“

In einer der zahlreichen 5-Sterne-Rezension heißt es: „Und wieder ein schönes Kaplakenbändchen eines hervorragenden Denkers, der sich -warum wohl? – das Leben nahm…. Essays, die pointiert, kurzweilig und intelligent die Lage in Deutschland kommentieren – brillant und doch so desillusionierend und unendlich traurig machend…. In einigen Dekaden wird es das einstmals so prächtige Land nicht mehr geben – oh, wo bleibt der Furor teutonicus? In stiller Trauer vergebe ich dicke 5*…..“

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Thomas Breithaupt

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