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Reportage

Nächstes Ziel für IS-Anschläge: Hackesche Höfe in Mitte

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Nächstes mögliche Ziel des IS-Terrors: Hackescher Markt in Mitte. Auf einem gestern veröffentlichten IS-Video weht bereits die schwarze IS-Flagge über Mitte (oben links)
Nächstes mögliche Ziel des IS-Terrors: Hackescher Markt in Mitte. Auf einem gestern veröffentlichten IS-Video weht bereits die schwarze IS-Flagge über Mitte (oben links)
Nächstes mögliche Ziel des IS-Terrors: Hackescher Markt in Mitte. Auf einem gestern veröffentlichten IS-Video weht bereits die schwarze IS-Flagge über Mitte (oben links)
Nächstes mögliche Ziel des IS-Terrors: Hackesche Höfe in Mitte. Auf einem gestern veröffentlichten IS-Video weht bereits die schwarze IS-Flagge über Berlin (oben links, Quelle: IS-Video vom 5. April 2016)

Die Hackeschen Höfe in Berlin Mitte könnten neben dem Westminster-Palast (Houses of Parliament) in London und dem Kollosseum in Rom das nächste Ziel von Anschlägen sein. Das ist die Botschaft eines gestern veröffentlichten Propagandavideos der Terrormiliz Islamischer Staat IS. Darin wird eine Luftaufnahme der Gebäude rumd um die Hackeschen Höfe gezeigt. Der Sprecher kündigt an: „Maybe it woud be in London or Berlin or Rome.“

Der Propagandafilm trägt den Titel: „Bekämpft sie, Allah wird sie durch eure Hände bestrafen.“ Er wurde veröffentlicht von einer Gruppe namens Al Wa’ad Media Production, die Aktivisten des IS in der vom IS gekidnappten syrischen Stadt Raqqa unterstützt. Raqqa gilt inzwischen als Hauptstadt des Islamischen Staates IS.

Das Propagandastück zeigt Filmmaterial von den Angriffen auf Paris, bei denen im November 2015 130 Menschen getötet wurden, und Brüssel, wo am 22. März 2016 durch drei Selbstmordbomben 32 Menschen starben, sowie auf die Twin Towers des World Trade Centers in New York am 11. September 2001, bei denen 2.992 Menschen ums Leben kamen. Die Bilder von den vergangenen Grausamkeiten wurden als „warnende Nachricht“ gesendet.

Eine neue Sequenz zeit, wie ein Vater an Fisch und Chips, dem Nationalgericht der Briten, zu Tode erstickt. Ein Erzähler sagt dann: „Wenn es gestern Paris war und heute in Brüssel, Allah weiß, wo es morgen sein wird . Vielleicht wird es in London oder Berlin oder Rom sein.“

Das Video enthält auch eine Simulation des Pariser Eiffelturms, wie er umfällt, und eine brennende britische Flagge Union Jack neben den Houses of Parliament in London. Über Berlin Mitte weht die schwarze IS-Flagge.

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz ist die Gruppe Al Wa’ad Media bisher nicht in Erscheinung getreten. Das Video sei eines von mehreren, die zuletzt verbreitet worden sind. Dabei wurde als Anschlagsziel mehrfach auch Berlin genannt.

Abstrakte Gefährdung immer noch sehr hoch

Der aktuelle Clip verändere daher nicht die Sicherheitslage, zeige aber, dass die abstrakte Gefährdung immer noch sehr hoch sei. Die Verwaltung von Innensenator Frank Henkel (CDU) beließ eine am Dienstagmittag gestellte Anfrage der Berliner Morgenpost zur Bedeutung des Clips für Berlin bislang unbeantwortet.

Neben Kampfszenen werden zudem Enthauptungsszenen gezeigt. Außerdem finden sich als Schriftzüge eingeblendete Fragmente der dschihadistischen Ideologie.

Der Terrorismusforscher Peter Neumann vom Londoner King’s College bezeichnete das Video als „im Prinzip nicht ungewöhnlich“. Ähnliche Drohungen habe es schon öfter gegeben. Es gehe in dem Clip zudem vorrangig um Frankreich. „Doch die Häufung von Erwähnungen Deutschlands ist neu und potenziell ein Grund zur Sorge“, sagte Neumann.

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Thomas Breithaupt

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