Reportage
Nach Silvester: Berliner beantragen Kleinen Waffenschein

Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in deutschen Städten zu Silvester bewaffnen sich auch die Berliner. Die Berliner Polizei meldet einen massiven Anstieg bei Anträgen auf den sogenannten Kleinen Waffenschein zum Jahresbeginn 2016.
Allein bis zum 13. Januar dieses Jahres hatten schon 52 Berliner den Kleinen Waffenschein beantragt, zitiert die Berliner Morgenpost aus den Polizeiangaben. Im gesamten Jahr 2015 hatte die Berliner Polizei 636 Kleine Waffenscheine bewilligt.
Auch in anderen deutschen Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Frankfurt herrscht derzeit eine starke Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein. Diesen kann jeder nicht Volljährige ohne Vorstrafen bei der Waffenbehörde beantragen.
Wofür braucht man den Kleinen Waffenschein?
Nach Angaben der Berliner Polizei kann man mit dem Kleinen Waffenschein Gas- und Schreckschusswaffen erwerben und dann in der Öffentlichkeit versteckt mit sich führen.
Reizstoffsprühgeräte sowie Pfefferspray fallen nicht unter das Waffengesetz und sind frei verkäuflich. Auch hier sind die Umsätze seit dem Beginn der Massenzuwanderung massiv angestiegen. Es gebe mitunter schon Lieferengpässe, sagte Katja Triebel von Triebel Jagd- und Sportwaffen in Spandau.
Experten befürworten die Selbstbewaffnung der Bürger. Wenn potentielle Straftäter wissen, dass auch gute Menschen bewaffnet sein könnten, so neigen sie weniger dazu, Übergriffe zu begehen. Von der Aufrüstung weniger Bürger profitierten also letztlich alle.
Auch Kurse in Selbstverteidigung ohne Waffen liegen im Trend. „Die Zugriffszahlen auf unsere Website sind seit Anfang Januar um bis zu 100 Prozent gestiegen“, sagt Björn Wiebe, der auch die Kampfschwimmer der Bundeswehr trainiert. Er ist Chef von Krav Maga Department mit neun Standorten in Berlin und Potsdam.
Allein in der vergangenen Woche hätten drei Anrufer nach Selbstverteidigungskursen für die ganze Familie gefragt, sagt Björn Wiebe. Die Nachfrage nach solchen Kursen sei enorm gewachsen. Seit Anfang Januar würden sich auch immer mehr Frauen anmelden.


