Reportage
Politik startet Werbekampagne für Einheitswippe
Gegen den Willen der Bürger hat der Deutsche Bundestag am Freitag die Einheitswippe beschlossen. Nun startet Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine Werbekampagne, um auch die Bürger von dem Denkmal begeistern.
Zwar sind nur 16 Prozent dafür sind, dass zur Erinnerung an die Wiedervereinigung vor dem Berliner Stadtschloss eine Einheitswippe gebaut wird. Doch der Bundestag stimmte in der Nacht zum Freitag trotzdem mit klarer Mehrheit für das Projekt.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) begrüßt die Entscheidung des Bundestags. „Ich bin froh, dass wir jetzt endlich Klarheit haben und die Hängepartie um das Denkmal für die Deutsche Einheit beendet ist“, zitiert sie Berliner Zeitung.
Zwar seien einzelne Aspekte dieses Freiheits- und Einheitsdenkmals umstritten, so die Staatsministerin. Es gebe aber einen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass man der friedlichen Revolution von 1989 angemessen öffentlich gedenken müsse.
„Das Denkmal ist ein Zeichen, dass wir nicht nur an den Abgründen unserer Geschichte reifen, sondern auch die Höhepunkte würdigen wollen“, sagte die CDU-Politikerin. Die Einheitswippe ist demnach eine Ergänzung des Holocaust-Denkmals am anderen Ende von „Unter den Linden“.
Seit Jahren wird an dem Projekt geplant. Zwischenzeitlich war es gestoppt worden, nachdem der Haushaltsausschuss letztes Jahr die Mittel gesperrt hatte. Inzwischen ist das Geld da, aber die Zustimmung der Bürger zu dem Entwurf des Stuttgarter Gestalters Milla & Partner fehlt noch.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters weiß, dass sowohl der Standort am früheren Kaiser-Wilhelm-Denkmal als auch die Form des Denkmals umstritten sind. Denn es handelt sich um eine riesige begehbare Waage.
„Deshalb bedarf es jetzt einer offensiven Sympathiewerbung. Sonst ist auch die letzte Chance zu dem Denkmal vertan“, sagt die CDU-Frau. Den vom Bundestag angestrebten Einweihungstermin zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Herbst 2019 nannte sie „sehr ambitioniert“.


