Reportage
Mitarbeiter beim Berliner Flüchtlingsamt sind überarbeitet
In einem Brandbrief fordern die Mitarbeiter des neu geschaffenen Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) Sofortmaßnahmen zur Arbeitsentlastung. Jeder Mitarbeiter müsse 15 Fälle pro Tag bearbeiten. Das sei zu viel.

Das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) ist die Nachfolgebehörde des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso). Vor knapp vier Monaten hat es mit 550 Mitarbeitern seine Arbeit aufgenommen.
Doch nun beschweren sich bereits die Mitarbeiter über ihre Arbeitsüberlastung und über Mängel in der Organisation. Jeder Mitarbeiter müsse 15 Fälle pro Tag bearbeiten. Das sei zu viel, zitiert die rbb-Abendschau aus einem Brandbrief der Mitarbeiter.
LAF-Mitarbeiter prangern in Brandbrief Überlastung an
Diese Arbeitsüberlastung habe „schwerwiegende Folgen“: ein geschwächtes Immunsystem, Krankheitsanfälligkeit, Bluthochdruck, Albträume, Gereiztheit, Haarausfall, Schlafstörungen, Unruhegefühl, Konzentrationsmangel und das Gefühl ständigen Drucks.
Die Mitarbeiter kritisieren zudem fehlende Akten, fehlende Fachkenntnisse und Schulungen, mangelnde Organisation, unzureichende terminliche Kapazitäten, fehlende schriftliche Arbeitsanweisungen, zu wenige Räume und eine mangelhafte Ausstattung.
Sie seien immer noch damit beschäftigt, die unzureichende Aktenführung der Vergangenheit zu korrigieren. Der überwiegende Teil der Mitarbeiter habe weder eine Verwaltungserfahrung noch eine fachspezifische Ausbildung. Viele Informationen erhalte man nur über den „Buschfunk“.
Die Mitarbeiter fordern in ihrem Brandbrief Sofortmaßnahmen zur Arbeitsentlastung. Sie würden auch keine Verantwortung für auftretende Fehler oder Schadenersatzforderungen von Antragstellern übernehmen. Denn die Arbeitsüberlastung sei auf „mangelnde Organisation“ zurückzuführen.


