Reportage
Göring-Eckardt: Flüchtlinge sind gut für Deutschland
Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hält daran fest, dass Flüchtlinge ein „Geschenk für Deutschland“ seien. Allerdings müssten die Deutschen stärkere Anstrengungen für eine Integration unternehmen.

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt steht weiterhin zu ihrer Aussage vom Parteitag 2015, dass die Flüchtlinge „ein Geschenk für Deutschland“ seien. Den Berlin-Attentäter Anis Amri meint sie damit aber ausdrücklich nicht, wie sie im Interview mit der WELT erklärt:
Er hat ewig in Europa gelebt. Der Fall Amri und der Terroranschlag von Berlin sind ein großes Versagen unserer Sicherheitsbehörden, deutschlandweit. Wenn man sich die Akten anschaut, dann kann man nicht sagen: Das hat etwas zu tun mit der Flüchtlingspolitik.
Ich sage auch heute: Es ist gut für unser Land, dass Leute hierherkommen, weil wir sie brauchen; es ist schlecht gewesen, dass wir zwei Jahre lang viel zu wenig gemacht haben für die Integration. Und ich sage auch: Straftäter sind Straftäter, ob sie geflüchtet sind oder nicht.
Die Grünen-Politikerin zitiert eine Prognose des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), wonach es fünf bis sieben Jahre dauern werde, bis die Flüchtlinge mehr erwirtschaften, als sie den Staat kosten.
So gesehen, haben wir zwei Jahre verloren. Viele dieser Menschen sind zu integrieren, wenn wir stärkere Anstrengungen unternehmen, wenn wir mehr Deutschkurse organisieren. Doch fehlt es an Lehrern.
Menschen ohne Bleiberecht schließe man bislang von der Integration aus. Dies sei „ein Unding“. Zudem fordert Katrin Göring-Eckardt mehr Druck auf die „Flüchtlinge“, damit diese an den Kursen auch wirklich teilnehmen teilnehmen und nicht nur in ihren eigenen Communitys bleiben.


