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Reportage

JVA Tegel: Beamte schmuggeln und verkaufen Sachen von Häftlingen

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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JVA Tegel: Beamte verkaufen die Arbeiten von Häftlingen (Foto: dierk schaefer)
JVA Tegel: Beamte verkaufen die Arbeiten von Häftlingen (Foto: dierk schaefer)
JVA Tegel: Beamte verkaufen die Arbeiten von Häftlingen (Foto: dierk schaefer)
JVA Tegel: Beamte verkaufen die Arbeiten von Häftlingen (Foto: dierk schaefer)

JVA Tegel: Beamte schmuggeln Waren

Die Beamten in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel waren offenbar in illegale Geschäfte mit den Häftlingen involviert. Anscheinend wurden jeden Tag Waren ins, und aus dem Gefängnis geschmuggelt. Jetzt wird in der JVA Tegel geprüft, ob die Anschuldigungen von Gefangenen, die im ZDF-Magazin „Frontal 21“ auspackten, der Wahrheit entsprechen.

In der JVA Tegel sind diese Art von Beschwerden bereits bekannt. Der Sprecher der Justizvollzugsanstalt räumte ein, dass sich Gefangene über die Machenschaften ihrer Wärter schon in der Vergangenheit ausließen. Was dahinter steckt, wird sich zeigen. Aktuell hat das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen.

Fahrdienst war Schmuggelfahrzeug

Es wurden aber keine Waffen und Drogen in das Gefängnis, sondern Materialien und Arbeiten von den Sträflingen aus dem Gefängnis geschmuggelt. Alles was man zu Geld machen konnte wurde mit dem Fahrdienst der Haftanstalt heraus transportiert. Anscheinend haben sich die Beamten der JVA Tegel so einen Nebenverdienst geschaffen.

Und jeder musste mitmachen. Wer nicht an dem Schmuggel mit den Wärtern interessiert war, wurde erpresst. Als Häftling sollte man Waren an die Beamten liefern, welche dann draußen verkauft und zu Geld gemacht wurden. Schließlich gibt es kaum günstigere Arbeitskräfte als Häftlinge in einem Gefängnis.

Häftlinge bekamen mehr Freigang

Auch die Gefangen mussten etwas von dem Deal mit den Wärtern haben. Ihnen wurde nach erfolgreicher Kooperation Freigang gewährt – und zwar unbeaufsichtigt. Dieser Vorwurf wurde von der Gefängnisleitung zwar noch nicht bestätigt, aber in dem ZDF Beitrag haben Insassen von unbeaufsichtigten Tagen in der Freiheit erzählt, die ihnen als Belohnung zugesagt wurden.

Sollten sich die Vorwürfe der Gefangen der JVA Tegel als wahr herausstellen, wäre das ein „Skandal erster Güte”, so zitiert die Berliner Morgenpost Klaus Lederer, den rechtspolitischen Sprecher der Linken. So ein System von organisierter Kriminalität entsteht nicht über Nacht. Angestellte und Gefangene müssen schon seit Jahren in illegale Geschäfte verflochten sein, nur so ließe sich die heutige Situation erklären.

Claudia Engfeld, die Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz, kann bisher noch keinen Skandal erkennen. Bisher gebe es nämlich nur Beweise gegen einen einzigen Beamten. Natürlich würden aber alle Hinweise geprüft werden und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Das sagte sie jedenfalls im ZDF-Magazin „Frontal 21“, dass am Dienstag, den 13. September 2016 um 21.00 Uhr ausgestrahlt wurde.

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